Das Fach Wirtschaft und Kommunikation gibt es in Brandenburg erst seit zwei Jahren. "Es soll die Schüler aufs Leben vorbereiten ", sagt Lehrer Jens Voigt. Dazu gehöre zum Beispiel das unternehmerische Denken. Also gab er seinen Schülern - 22 Mädchen und fünf Jungen entschieden sich für seinen Kurs - den Auftrag, eine Geschäftsidee zu entwickeln. Die Ergebnisse sind beeindruckend, auch wenn man wahrscheinlich im wirklichen Leben nicht viel Geld damit verdienen wird, um davon leben zu können. Aber es sind Ideen.
Dorothea Gottschall hat fiktiv die Agentur mit dem vielsagenden Namen "Her(b)z(t)-Klopfen" gegründet. "Ich habe in meinem Umfeld gesehen, wie schwer es älteren alleinstehenden Menschen fällt, einen Partner zu finden, wie sie unter Alterseinsamkeit leiden", erzählt die 19-Jährige. Deshalb kam sie auf die Idee, eine Speed-Dating-Agentur zu gründen. Für die Werbung will sie Print-Medien nutzen, aber auch Facebook. "Hier sind die Enkel unterwegs und können vermitteln", findet Dorothea Gottschall, die im September mit geladenen älteren Damen und Herren bereits einen Feldversuch gestartet hat.
Das Helene-Beach-Festival hat Elisabeth Haß (19) und Charlotte Hadlich (17) die Idee für ihre Firma geliefert: Festimat - der Retter in der Not. Festimat, so erklären die Mädchen, ist ein Automat für Dinge, die Jugendliche bei großen Events benötigen. "Wir wollen zwei verschiedene Automaten bauen lassen und leasen", erklärt Elisabeth Haß. "Der eine ist für Sommer und Regen mit Sonnencreme, Regencapes und Zeltplanen, der andere für Hygieneartikel wie Zahnpasta oder auch Pflaster. Die Festimaten könnten bei Großveranstaltungen bestückt und aufgestellt werden.
Mit einem Shop mit amerikanischen Produkten zum Kochen und Backen würden sich Yasmin Hussain (18) und Patricia Domschke selbstständig machen. "Klas gibt es das sicher auch übers Internet, aber bei uns würden die Kunden die Versandkosten sparen." Bei den Produkten denken sie an verschiedene Barbecue-Soßen, Bohnen, spezielle Kuchen und Süßigkeiten, "nur Dinge, die es in unseren Supermärkten nicht gibt."
Mit dem "Taxi danach - safety first" (dt. Sicherheit zuerst) wollen Anika Welkisch (17) und Romy Schulze (18) punkten. Sie könnten sich vorstellen, im Landkreis ein Netzwerk von Autofahrern aufzubauen, die junge Menschen zu abendlichen Veranstaltungen bringen, aber vor allem in der Nacht abholen. "Aber die Preise müssen für Jugendliche bezahlbar sein. Bis fünf Kilometer nehmen wir 2,50 Uhr, danach 50 Cent für jeden weiteren Kilometer", erklärt Romy Schulze. Bei einer Zentrale könnten die Jugendlichen anrufen, dann wird im Netzwerk ein Kraftfahrer aktiviert, der auf Tour geht. "Hier auf dem Lande fährt doch abends kein Zug oder Bus mehr. Da braucht man alternative Möglichkeiten."
Nora Schwanke nennt ihre Firma "Barriere-Bezwinger - Master of desaster". Ihr Anliegen ist es, Kommunen mit Rat, Planung, der Beantragung der Fördermittel und beim Bau zur Seite zu stehen, wenn es darum geht, Barrieren für Menschen mit Körperbehinderungen zu beseitigen. Die 18-Jährige will "alles aus einer Hand liefern".
Ein Lernspiel, das Spaß macht und zu guten Abi-Noten verhilft, haben die beiden 18-Jährigen Jenny Widdershoven und Franziska Griese entwickelt. Sie nennen es "GDT-Abitur", wobei GDT für Gedächtnistraining steht. In dem Spiel wird gefragt: "Wer ist der Autor von Klein-Zaches? Wie heißt die Hauptstadt von Malaysia? Wie lautet der Satz des Pythagoras?. "Wir bieten auch Packs für einzelne Fächer an", so die Firmengründerinnen.
Eine ähnliche Idee zur Unterstützung für den Unterricht hat Henning Beckmann. Er gründet eine Videofirma, die verschiedenen Erklär-Filme produziert. Zum Beispiel: Wie läuft die erste Fahrstunde ab? Und weil Thomas Raatz wahrscheinlich gern mal ein Nickerchen zwischendurch macht, hat er ein "Kissen in der Dose" fürs "Powernapping" entwickelt. Am 16. Februar und am 1. und 15. März werden die Schüler vor geladenen Gästen, auch Firmenvertretern, ihre Ideen vorstellen.