Ganz nach dem Motto: "Wir gestalten örtliche Gemeinschaft und Heimat!" Oder aber, wenn sich das Dorf durch Zusammenhalt auszeichnet wie "Gemeinsam sind wir stark – in der Region, mit der Region und für die Region!" Und auch, wenn das Dorf zukunftsfähig ist: "Wir stellen uns den Herausforderungen von Demographie- bis Klimawandel!" Alles Möglichkeiten, die auch in der Auftaktveranstaltung zum Tragen kommen. Die Moderation hat Dr. Klaus Benthin vom Forum ländlicher Raum – Netzwerk Brandenburg übernommen.
In Sauen hat es funktioniert
Vom Landkreis Oder-Spree heißt es zum Wettbewerb: "Es werden Dörfer gesucht, die als Gemeinschaft dafür sorgen, dass ihr Ort attraktiv, liebens- und lebenswert ist und bleibt." Aus dem Wandel würden sich Chancen ergeben, aber auch Herausforderungen, die neue Ideen und Projekte hervorbringen. Im Wettbewerb überzeugen Dorfgemeinschaften, die sich der Veränderung durch den demografischen Wandel stellen und Bleibeperspektiven für ihre Bewohner schaffen.
2016 gewann das Dorf Sauen aus der Gemeinde Rietz-Neuendorf den Bundeswettbewerb, in den Jahren davor den Kreis- und Landeswettbewerb. "Das war verrückt. Der Leiter vom Landwirtschaftsamt überredete uns mitzumachen", erzählt Ortsvorsteher Hartmut Kurz rückblickend. Karen Leppin vom Traditionsverein Eulennest ergänzt: "Wir waren so blauäugig damals. Dann hat Bürgermeister Klempert angeboten, den Papierkram zu übernehmen." Dennoch sei es sehr viel Arbeit gewesen. Die Präsentation hätten sie mit der Stoppuhr geübt.
Aber letztendlich hat alles gepasst. "Sauen hat wirklich alles, was ein Dorf ausmacht, den Ortskern, Feld, Wald, Vieh, Kirche und selbst eine Kunsthochschule", erinnern sich die Beiden. "Und dann der Medienrummel, alle waren total aus dem Häuschen." Dabei habe es sogar ein Katastrophe gegeben: "Ein Anwohner hat sein altes historische Feldsteinhaus mit Styropor verkleidet. Beim vor-Ort-Termin haben wir darauf hin gewiesen." Unsere Ehrlichkeit habe nicht geschadet.
Auf die Frage, ob der Wettbewerb dem Dorf etwas gebracht hat, antworten beide mit einem klaren "Ja". "Unser Dorf hat Zukunft. Vier Familien sind zurück gekommen, zehn Kinder unter sechs Jahren leben hier und sieben, die zur Schule gehen", so Karen Leppin. Von den etwa 80 Einwohnern seien lediglich 22 Rentner und arbeitslos keiner. "Wenn das für so ein kleines Dorf nicht zukunftsträchtig ist, was dann?"
Noch enger zusammen gerückt
Hartmut Kurz bestätigt das und ergänzt: "Wir sind noch enger zusammengerückt, der Wettbewerb hat den Zusammenhalt gestärkt. Jeder hilft jedem, auch nachts. Selbst Zugezogene hätten sich integriert und machen alles mit." Selbst beim Subbotnik packe jeder mit an.
Der 11. Kreiswettbewerb wird wieder im Landkreis Oder-Spree und in der Stadt Frankfurt (Oder) gemeinsam durchgeführt. Die Auswertung der Wettbewerbsbeiträge erfolgt jedoch getrennt, sodass zwei Sieger zum Landeswettbewerb im kommenden Jahr anmelden werden. Die vor-Ort-Präsentationen vor einer wieder interdisziplinär besetzten Jury sind für das dritte Quartal eingeplant.
Auftaktveranstaltung: 9.30 Uhr Ankunft und Anmeldung Heimvolkshochschule am Seddiner See e.V., Seeweg 2, 14554 Seddiner SeeTeilnahmeunterlagen (Internet https://www.landkreis-oder-spree.de/Service-Aktuelles/Aktuelles) sind bis zum 6. Mai einzureichen an: Landkreis Oder-Spree, Dezernat für ländliche Entwicklung, Breitscheidstraße 7, 15848 Beeskow.