Im Unterrichtsraum ist eine große Karte von Deutschland und Polen nebst den angrenzenden Ländern abgebildet. Rund herum haben mehr als 30 Mädchen und Jungen der dritten, vierten, fünften und sechsten Klassen Platz genommen. Sie haben an dieser Sch ule Polnisch als zweite Fremdsprache gewählt. "Es macht riesigen Spaß", schwärmt Amely aus der Vierten. Ihre Freundinnen Zoe und Juliette nicken. Im Chor mit den anderen stimmen sie dann zur Begrüßung des PolenMobil-Teams mit kräftiger Stimme und textsicher erst einmal drei polnische Lieder an. Die hat ihnen ihr Polnisch-Lehrer Bartosz Baranski beigebracht, der auch die Idee hatte, das PolenMobil in die Storkower Schule einzuladen. "Ich bin begeistert, so sind wir ja noch nie in einer Schule empfangen worden", freut sich die Koordinatorin des Mobils, Susanne Albani.
Gemeinsam mit ihrem Kollegen Marius Flunt vermittelt sie den Mädchen und Jungen dann auf unterhaltsame Weise Interessantes über unser Nachbarland. Die Kinder werden dort abgeholt, wo sie schon Bescheid wissen, üben Zahlen und kleine Sätze sprechen. Zum Abschluss werden sechs Gegenstände ausgeteilt, die auf der großen Karte der entsprechenden Region in Polen zugeordnet werden sollen. Der Kulturpalast gehört nach Warschau, der Salzstein in die Nähe von Krakau. Der Zwerg nach Breslau. Aber was ist mit dem Storch? "Der kommt dahin, wo die vielen Seen sind. In die Masuren", erklärt Susanne Albani und fragt: "Wisst ihr eigentlich, dass jeder fünfte Storch weltweit in Polen zu finden ist? Da gibt es sogar ein Dorf, das hat 40 Einwohner und im Sommer 160 Störche."
Die eineinhalb Stunden vergehen wie im Flug, zum Abschied gibt es noch ein Gruppenbild vor dem PolenMobil und für jedes Kind einen Krówki, das ist ein polnischer Sahnebonbon.
Parallel zu diesem einmal etwas anderen Polnisch-Unterricht finden auf dem Schulgelände und in den Gebäuden noch weitere tolle Projekte statt. Alles dreht sich dabei in der Europawoche um den europäischen Kontinent und seine Länder. "Und dabei heißt es am Dienstag immer Große für Kleine", erklärt Schulleiter Ingolf Knobloch. Klassen aus der Oberstufe betreuen dabei jeweils Grundschulklassen. Dazu haben sie sich im Vorfeld mit viel Phantasie verschiedene Aktionen ausgedacht, wo immer Wissen über ein europäisches Land abgefragt und vermittelt werden soll. Das reicht vom Quiz über Geschicklichkeitsübungen bis hin zur Schatzsuche. Toll auch die Idee von Sarah, Marvin und Melina aus der Achten, den Jüngeren mit der Polka einen traditionellen Tanz aus Tschechien beizubringen.
Am Mittwoch werden sich dann alle Klassen mit dem europäischen Land beschäftigen, das sie vorab ausgelost haben, und dazu eine Präsentation vorbereiten. Auch die beiden Willkommensklassen sind beteiligt. Donnerstag sollen die Ergebnisse in einer Ausstellung und bei Vorführungen präsentiert werden. Den traditionellen Abschluss der Europawoche bildet schließlich wie jedes Jahr ein Fußballturnier der "Europäischen Liga". Dabei treten die Schüler als Team aus dem Land an, mit welchem sie sich die Woche über beschäftigt haben. Das ist immer eine große Gaudi. Übrigens sind die Flüchtlingskinder aus den Willkommensklassen als Deutschland-Mannschaft mit von der Partie.