Bereits zum zweiten Mal zamperte man in Lindenberg. Weil der Ort so groß ist, zog man schon vor vier Wochen durch das obere Dorf, während man nun mit den „Gaudi Buam“ die Straßen an der anderen Seite der Bahnschienen abklapperte. „Heute ist die Tour ein bisschen anstrengender“, erzählte Doreen Wollenberg. „Es ist der größere Teil des Dorfes und wir haben mehr Haushalte zu besuchen.“ Aber die Wege zwischen den Häusern sind kürzer. Mit dabei hatten die Zamperer natürlich ihren Schnapswagen, in dem sogar eine Zapfanlage integriert ist.
So gab es unterwegs immer ein frisches kühles Blondes. „Zur Mittagspause kehren wir dann in der Gaststätte Lutter ein“, freute sich Doreen Dräger schon. „Dort können wir uns aufwärmen und es gibt Linsensuppe und für die Kinder auch Pommes.“ Am Abend feierten die Lindenberger im Gasthof Görsdorf weiter. Ein DJ legte Wunschmusik auf und natürlich hatte man auch wieder ein Programm einstudiert. Deren Titel lautete „Mini-Fastnachts-Show“ und es wurden Stars wie Nena und Heino parodiert. Am 23. März geht das Treiben mit dem Lindenberger Fastnachtscontest weiter. Alt Stahnsdorf, Bad Saarow, Grünheide und Lindenberg selbst präsentieren dann noch einmal ein „Best of“ aus ihren Fastnachtsprogrammen.
In Niewisch startete der Zamperzug vom Gemeindezentrum aus Richtung Möllen. In dem idyllischen Runddorf verbreiteten die Kostümierten ordentlich Heiterkeit. Textsicher sangen sie jedes Stimmungslied, jeden Schlager und jede alte Volksweise mit, welche von den Oder-Spree-Musikanten angestimmt wurden. Und umgekehrter Weise sangen sie oft auch ein Lied an und forderten die Musikanten auf, dazu die passende Melodie zu spielen.
Zurück in Niewisch stärkten sich die Narren im Gemeindehaus mit Linseneintopf. „Diesen kochen immer Frauen aus dem Dorf unter Anleitung von Rosenna Hartmann“, erzählte Monika Irrgang. Anschließend ging es weiter auf Zampertour durch Niewisch. Der Fastnachtstanz wurde im Gasthof „Zum Schwielochsee“ mit der Band „Soundexpress“ gefeiert. Und eine Märchenstunde gab es da auch. Schneewittchen übernahm in Niewisch das Regiment über die sieben Zwerge, die von nun an nach der Pfeife der schönen Dunkelhaarigen tanzen mussten.
Eine lustige Märchenstunde unterbrach auch den Ullersdorfer Fastnachtstanz mit „Passat“ in der Gaststätte „Zum Schwansee“. Dort war es Frau Holle, die man aufs Korn nahm. Zuvor zamperte man natürlich durchs Dorf, mit dabei die Lieberoser Musikanten. Sie begleiten die Ullersdorfer schon seit vielen Jahren und wissen genau, was diese hören möchten.
Im umgebauten Kuhstall von Familie Peschel, der jetzt als Partyraum dient, muss es zum Beispiel immer die Annemarie-Polka sein. Zum Dank spendierte Doris Peschel belegte Brote und frische Quarkspitzen. „Wir werden überall gut verpflegt“, lobte Organisator Marzell Seidel. So etwa von Jörg Paul, der die Narren immer mit einem zünftigen Erbseneintopf verwöhnt.
Wer in Alt und Neu Stahnsdorf mit seinem Auto an einer Stelle auf Zamperer trifft, wo ein Tisch mit leckerem Imbiss vor dem Grundstück steht, kann das Glück haben, keinen Wegzoll bezahlen zu müssen, sondern eine Wegzehrung auf die Fahrt mitzubekommen. So geschehen am Sonnabend, als der Festverein Dampfhammer durch das Doppeldorf zog. Von einem Teil zum anderen kamen sie auf drei durch Trecker gezogene Hänger. Daniel und Sven Koebsch sowie Ronald Franke machten es möglich. Diesmal, zur 59. Alt Stahnsdorfer Fastnacht, lautete das Motte: Auferstanden aus Ruinen, „weil es die erste Fastnacht in unserer neu gestalteten Darre ist“, erläuterte die Dampfhammer-Vorsitzende Cornelia Schulze-Ludwig. So war das Bild von Trümmerfrauen geprägt mit bunten Kittelschürzen und Kopftüchern.