Trotzdem gibt es jetzt, nur knapp drei Wochen später, den nächsten Aufreger. Als erstes hat die Panketaler CDU Alarm geschlagen. Am Montag verschickte die Christdemokratin Christin Enkelmann eigens eine Presseinfo. Thema: Die S2, der Zehn-Minuten-Takt und die Brücke am Pölnitzweg in Berlin-Buch.
"Wie passt das zusammen?"
Enkelmann notiert in ihrer Mail, dass die S-Bahn-Brücke am Pölnitzweg, die sich zwischen den Stationen Buch und Röntgental befindet, erneuert werden soll. Das Problem aus ihrer Sicht: "Aktuell ist diese Brücke mit zwei Gleisen für die S-Bahn ausgestattet, zukünftig soll es nur noch ein Gleis sein", schreibt Enkelmann, die sich daraufhin fragt: "Wie genau passt das mit den immer wiederkehrenden Beschwichtigungen zusammen, dass sich der Zehn-Minuten-Takt in Vorbereitung befindet?" Wenn tatsächlich seit Jahren in Panketal und im Land Brandenburg für den Zehn-Minutentakt gekämpft werde, so Enkelmann weiter, dann wäre zu erwarten, "dass die laufenden Baumaßnahmen zwischen Bernau und Buch – wo immer dies möglich ist – die Grundlage für diese Taktverdichtung schaffen".
Damit spielt Enkelmann darauf an, dass für die Realisierung eines Zehn-Minuten-Taktes womöglich ein zweigleisiger Ausbau zwischen Bernau und Buch notwendig ist.
Auch Pankows Bezirksbürgermeister Sören Benn (Die Linke) ist nicht erfreut. Der MOZ sagt er: "Wir glauben, dass es sinnvoll ist, die zwei S-Bahn-Gleise beizubehalten."
Die Pläne zum geplanten Bau liegen derzeit im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens in der Gemeindeverwaltung Panketal und im Bezirksamt Pankow aus. Panketals Bürgermeister Maximilian Wonke (SPD) hat sie gesichtet und sich ebenfalls verwundert gezeigt über die geplante Baumaßnahme. "Momentan ist die Brücke so breit, dass da ein zweites Gleis passt. Nach dem Bau nicht mehr", glaubt Wonke.
Bei der Deutschen Bahn will man die Aufregung der Politik nicht so recht teilen. Ein Sprecher betont, es würde sich "nichts an den gegenwärtigen Verhältnissen" ändern. Damit meint er die Breite der Brücke.
Ein Stahlüberbau fällt weg
Er bestätigt aber, dass im Rahmen der Erneuerung der Brücke am Pölnitzweg, die 2023 beginnen soll, zwei Überbauten für die Fernbahn vorgesehen sind und nur eine für die S-Bahn. "Von den zur Zeit noch vorhandenen zwei Überbauten der S-Bahn ist nur einer mit einem Gleis belegt und wird für den S-Bahn-Verkehr genutzt." Auf dem anderen liegt kein Gleis. Er soll wegfallen.
Der Sprecher verweist darauf, dass man mit der Erneuerung der maroden Brücke in Buch nicht warten könne, bis die DB Netz AG im Rahmen des Projektes i2030 die Möglichkeiten für einen stabilen Zehn-Minuten-Takt der S-Bahn nach Bernau geprüft habe. "Die Eisenbahnüberführung Pölnitzweg hat ihre vorgesehene Nutzungsdauer bereits überschritten", so der Sprecher. Es gebe erhebliche Schäden.
Die CDU Bernau, die sich ebenfalls mit dem Fall befasst hat, fordert dennoch  Senat und die Brandenburger Landesregierung in einer Erklärung auf, auf eine Änderung der Bahnpläne zu drängen.