Sollen sich Bernau und Panketal zusammenschließen? Um diese Frage ging es beim Bürgerstammtisch der Niederbarnimer Bündnisgrünen am Freitagabend. Das Votum der kleinen Runde fiel eindeutig aus.
Es war sicher nicht der beste Termin, um über dieses Thema zu diskutieren. Denn nur wenige Kilometer weiter, in der Grundschule Schwanebeck, hatten sich zu selben Stunde viele Gemeindevertreter, Kommunalpolitiker und Bürger zum traditionellen Neujahrsem
pfang versammelt. Der eine oder andere hätte sicher gerne mitdiskutiert. „Die beiden Bürgermeister von Panketal und Bernau wären gerne gekommen“, bedauerte Thomas Dyhr vom grünen Regionalverband die Terminüberschneidung. So hatten sich im Kellergewölbe von „Leo`s Restauration" nur wenige Grüne und Symphatisanten eingefunden. Als einziger Bernauer Stadtverordneter aus einem anderen politischen Lager war Frank Goral von der CDU gekommen.
Thomas Dyhr wunderte sich in seinem Eingangsstatement zunächst darüber, dass in dem Thema „enorm viel Emotionalität“ steckt. Dabei spreche durchaus viel für eine Fusion der beiden Kommunen. „Allerdings“, so schränkte der Bündnisgrüne ein, „dürfe sie nicht erzwungen werden. Eine breite Diskussion in der Bevölkerung sei daher unerlässlich. „Die Menschen müssen mitgenommen werden".
Für Klaus Labod, fraktionsloses Mitglied in der Stadtverordnetenversammlung Bernau, hat ein Zusammenschluss ebenfalls Vorteile. „Es gibt Synergieeffekte, etwa im Wasser- und Abwasserbereich, bei der Nutzung von kulturellen Einrichtungen, beim Bauplanungsrecht“, erklärte der Schönower. Eine größere Kommune hätte mehr Zuständigkeiten, die Verwaltung sei kompetenter. „Da wirkt viel im psychologischen Bereich“, so Labod. Rational gebe es keine Gründe, die gegen eine Fusion von Bernau und Panketal sprechen. Der Stadtverordnete sprach sich jedoch dafür aus, den Ortsbeiräten mehr Entscheidungsmöglichkeiten zu geben. Dies sei derzeit noch ein kommunalverfassungsrechtlicher Mangel, so Labod.
Auch Frank Goral steht dem Thema durchaus positiv gegenüber. Er erinnerte an die Eingemeindung von Schönow in die Stadt Bernau. Vorher habe es auch „einige Befindlichkeiten“ gegeben. Inzwischen sei man aber gut zusammengewachsen. Das konnte auch Dyhr bestätigen. „Für die Schönower hat sich kaum etwas geändert. Die Hundesteuer ist um zehn Euro gestiegen und für die Straßenreinigung muss nun gezahlt werden. Das war aber schon alles“, so Dyhr.
Ralph Satzer, selbst Panketaler, sprach von alten Befürchtungen bei den eingesessenen Zepernickern und Schwane-
beckern. „Den Menschen, die in den letzten Jahren in die Gemeinde gezogen sind, ist es doch egal, ob es zu einer Fusion kommt oder nicht“, sagte Satzer.
Die Runde zeigte sich abschließend davon überzeugt, dass das Thema Zusammenschluss bis zur nächsten Kommunalwahl auf der Tagesordnung stehen wird. Bis dahin sollten sich die agierenden politischen Gruppierungen positionieren, hieß es.