Zweimal hatte der 63-Jährige sein Dienstverhältnis verlängert. "Die beiden Verlängerungsjahre waren gut gegen Wehmut", erklärte er vielsagend auf seinem Abschiedsempfang vor etwa 60 Kollegen und langjährigen Weggefährten, darunter Barnims Landrat Daniel Kurth, Bernaus Bürgermeister André Stahl und Kreisbrandmeister Silvio Salvat-Berg.
Jörg Starigk, Leiter der Polizeiinspektion Barnim, fiel die Aufgabe zu, Wolfgang Arlt die Entlassungsurkunde des Polizeipräsidenten des Landes Brandenburg zu überreichen. Drei Jahre hatten Arlt und er zusammengearbeitet. "Wir waren uns nicht immer einig, aber in diesen drei Jahren habe ich so viel über die Polizei gelernt, wie in den gesamten 22 Jahren zuvor nicht", bekannte Starigk. Fast sein ganzes Leben habe Arlt bei der Polizei in Führungsverantwortung gestanden. "Und nicht nur das. Man kann mit Fug und Recht sagen, er hat die Brandenburger Polizei geprägt", würdigt Barnims Polizeichef die Leistungen seines scheidenden Stellvertreters.
Als "der Pate" könne man Wolfgang Arlt bezeichnen oder auch als "Graue Eminenz", stellte Landrat Daniel Kurth fest. Letzteres wäre dann noch die freundliche Umschreibung. Doch egal wie: "Es war immer ein Erlebnis, mit dir zusammenzuarbeiten", beteuerte Kurth. Als Abschiedsgeschenk hatte Barnims Verwaltungschef den Coin des Landrates mitgebracht. Die goldfarbene Münze bekommen von ihm Menschen, die sich in besonderem Maße um den Barnim verdient gemacht haben. Wolfgang Arlt ist der Fünfte, der sie besitzt.
Kein leichtes Erbe
Geradlinig, konsequent, zielgerichtet – so beschreiben die Beamten aus der Inspektion Barnim ihren scheidenden Vorgesetzten. "Ein Stratege mit sehr hoher Allgemeinbildung und riesigem Fachwissen", sagt ein Kollege, der viele Jahre mit Wolfgang Arlt eng zusammengearbeitet hat. Kein leichtes Erbe für dessen Nachfolger im Amt, so  es dann irgendwann mal einen gibt. Die Stelle ist seit zehn Monaten zur Neubesetzung ausgeschrieben – bislang ohne Ergebnis.