Die Preise für die mobile Entsorgung steigen, einen Wettbewerb auf dem freien Markt gibt es nicht mehr. Viele Wasser- und Abwasserzweckverbände ziehen deshalb die Notbremse und wollen die Leistung auf den Landkreis Barnim übertragen. Erst im Juni hatte auch die Verbandsversammlung des Zweckverbandes „Panke/Finow“ einen entsprechenden Grundsatzbeschluss gefasst.
Jahrelang stand für den Wasser- und Abwasserzweckverband Ahrensfelde/Eiche (WAZV)  eine zentrale Erschließung von Elisenau nicht auf der Tagesordnung. Dies könne nur in Zusammenarbeit mit dem „Panke-Finow“-Verband gemacht werden. Doch von dort gebe es keine entsprechenden Signale, hieß es. Doch die neuen Bedingungen erfordern nun ein Handeln: „Wir werden für Elisenau eine zentrale Schmutzwasseranlage errichten“, kündigt Verbandsvorsteher Andreas Herrling an.

Erste Ideen gab es schon 2005/2006

Im vergangenen Dezember hatte sich die Verbandsversammlung bereits mit dem Thema beschäftigt. Dabei kam man zu dem Ergebnis, die aus dem Jahren 2005/2006 sowie 2011 vorhandenen Unterlagen in Form einer Studie zu überarbeiten. „Damals hatten wir beispielsweise die Idee, eine eigene Kläranlage zu bauen“, so Herrling. Diese habe man aber schnell wieder verworfen. Es fehlten geeignete Flächen, auch hätte man Personal einstellen müssen.
Die Studie untersuchte nun die technische Machbarkeit, die zu erwartenden Kosten und schätzte auch die Auswirkung der Investition auf die wirtschaftliche Situation des Verbandes ein. Gleichzeitig wurden Gespräche mit den Verbänden in den Bernau sowie Panketal und Werneuchen über eine Zusammenarbeit bei der mobilen Entsorgung geführt – ohne Ergebnis.

Investitionskosten sind geringer

Wegen der Corona-Pandemie stockte das Verfahren im Frühjahr, erst im Juli entschied die Verbandsversammlung: Wir machen es. Dabei wählte das Gremium die sogenannte Variante 2. Sie sieht die Verlegung von Schmutzwasserdruckleitungen in allen Straße vor. Auf den Grundstücken werden zudem Pumpstationen durch den Verband errichtet, die das Schmutzwasser direkt in die Straßendruckleitung befördern. Die Vorteile sieht Herrling in niedrigeren Investitionskosten und einem geringeren Aufwand beim Bauen (die Druckleitungen werden überwiegend im grabenlosen Verfahren verlegt). Allerdings müssten auch rund 200 Grundstückspumpstationen errichtet werden, bei der anderen Variante sind es nur 40. Ferner müssen die Eigentümer die Stromanschlüsse selbst bezahlen.

Arbeiten werden europaweit ausgeschrieben

Die Erschließungsmaßnahme ist von 2021 bis 2023 vorgesehen. Noch in diesem Jahr soll die europaweite Ausschreibung erfolgen. Die Investitionssumme beträgt 4,4 Millionen Euro. „Bei den Einwohnern ist das Vorhaben überwiegend positiv aufgenommen worden“, betont Herrling.