"Ich kenne und schätze Guido Möbius sehr", verrät Lars Behrends, Mitorganisator der Konzertreihe. "Das erste Mal habe ich seine Musik vor circa 15 Jahren auf einem Sampler des Musikmagazins "The Wire" gehört. Erst später habe ich dann registriert, dass Möbius tatsächlich in Berlin lebt und dort seine Musik macht." Da lag die Einladung nahe, vor allem auch, weil Möbius "Popappeal und Experimentelles auf fantastische Art" vereint. "Seine Musik ist frei und nicht gefällig, tut aber auch keinem weh", beschreibt es Lars Behrends.
Nicht nur die Art der elektronischen Musik macht den Auftritt von Möbius zu etwas Besonderem, auch wie er sie erzeugt, ist einen Blick wert. Im Halbkreis vor sich arrangiert der Elektromusiker Instrumente und zahlreiche Loopmaschinen, mit denen der Berliner seine elektronischen Songs live und individuell komponiert. Dazu singt er mal kurze Schlagworte oder Sätze ins Mikrofon und mischt diese, bis zur Unkenntlichkeit verfremdeten Laute unter pulsierende Rhythmen. Ein anderes Mal steigt Möbius auf den Tisch und bläst ein paar Akkorde auf einer Trompete, um sie in Dauerschleife der Musik hinzuzufügen. "So ein Nachmittagsrave bei Tageslicht ist schon ungewohnt", scherzt der Musiker selbst, während er seine elektronisch-minimalistischen Klangwände live für das Publikum anpasst.
Der avantgardistische Charme kommt bei dem überwiegend jüngeren Publikum an, dass sich mit knapp 50 Besuchern relativ zahlreich eingefunden hat. Mit Bier in der Hand wiegen sich die Besucher zu den elektronischen Beats und Rhythmen, die durch den alten Bahnhofsbau fluten. Kaum jemand, der sich der physischen Wucht der durchdringenden Elektrobässe entziehen kann - da fällt es schwer, die Füße still zu halten.