Die knapp 20 Zuschauer der Sitzung erlebten eine meinungsstarke Diskussion. Fraktionschefin Bohnebuck eröffnete diese salopp mit der Formulierung, kein Bewerber wollte "sich die Nüsse schaukeln", daher sei die Befristung über die obligatorische Probezeit hinaus völlig überflüssig. Sofort hakte die Bürgermeisterin Jana Radant ein. Sie mache sich als Hauptverwaltungsbeamte sehr wohl Gedanken und treffe die Entscheidungen. "Das bitte ich zu berücksichtigen", betonte sie.
Frank Bergner (Linke) argumentierte so: "Bei Projektarbeit oder Schwangerschaftsvertretungen sind Befristungen völlig normal. Aber doch nicht bei normalen Arbeitsverträgen. Wer befristet angestellt wird, ist immer auf dem Sprung." Mit einem weiteren Argument konfrontierte Bergner, er ist im Berufsleben Anwalt, die Bürgermeisterin. "Ich glaube mich zu erinnern, dass Sie oder aber jemand aus ihrem Lager im Wahlkampf gegen Herrn Tiepelmann genau dieses Argument ins Feld geführt haben und dafür eintraten, ohne Befristungen einzustellen." Der MOZ liegt der Beweis dafür vor: Im Heidekraut-Journal vom Juni/Juli 2011 schrieb Jana Radant unter der Zeile "Woher kommt der Sinneswandel, der Bürgermeister entdeckt die Demokratie" einen Beitrag, in dem sie unter anderem auf die "extreme Abhängigkeit" der von befristeten Stellen betroffenen Arbeitnehmer hinweist.
Aktuell sagte die Bürgermeisterin, 95 Prozent der Arbeitsverträge seien unbefristet. Dies solle nun belegt werden.