Es werde viel mehr Strom produziert, als wir in Deutschland überhaupt benötigen, erklärte Thomas Janoschka vom Aktionsbündnis „Stop Castor Biesenthal“ vor rund 60 Demonstranten, unter den sich auch Politiker von Bündnis90/Die Grünen und Die Linke befanden. Auch unter der Voraussetzung, dass einige Gas- und Kohlekraftwerke derzeit nicht unter Volllast laufen würden, könne man die Atomkraftwerke abschalten. „Der Strom wird nur ins Ausland exportiert“, machte Janoschka deutlich. Statt an der Atomkraft festzuhalten, so der Aktivist weiter, sollte man vielmehr den Ausbau regenerativer Energien vorantreiben.
Ähnliche Veranstaltungen gab es am Sonnabend auch in Biesenthal und in Eberswalde. Dort stand vor allem der Energieversorger EWE im Mittelpunkt der Proteste. Dieser gehört zu rund einem Viertel EnBW, einem der größten Erzeuger vom Atomstrom in Deutschland und bietet selbst einen Energiemix an, der zu über 40 Prozent aus Atomstrom besteht. Janoschka rief zum Wechsel des Stromanbieters auf.
Am Mittwoch soll ein Castor-Transport von Karlsruhe aus in Richtung Lubmin auf die Reise gehen. Sollte der Zug tatsächlich durch den Barnim rollen, könnte es zu weiteren Protesten kommen. Info-Punkte haben die Aktivisten für diesen Tag in der Alten Post in Bernau und im Kulturbahnhof in Biesenthal eingerichtet.