"Der Beschuldigte befindet sich in einer JVA im Land Brandenburg", teilte Ingo Kechichian, stellvertretender Sprecher der Staatsanwaltschaft, mit. Wo genau, wollte er nicht sagen. Insgesamt gibt es fünf Justizvollzugsanstalten in der Mark: in Brandenburg an der Havel, in Cottbus-Dissenchen, Luckau-Duben sowie die Teilanstalten Neuruppin-Wulkow und Wriezen.
Opfer mit Stichverletzungen
Verhört werden konnte der Tatverdächtige – ein 26-Jähriger, der ebenfalls vietnamesischer Staatsbürger sein soll – aber noch nicht. "Die Vernehmung des Beschuldigten steht aus", so der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Der Verteidiger habe ihr bislang noch nicht zugestimmt. Außerdem muss  wegen der Corona-Pandemie wohl eine bestimmte Quarantäne-Zeit eingehalten werden, wie aus Ermittlerkreisen zu hören war.
Die Polizei war am 9. März, einem Montag, gegen Mittag alarmiert worden, nachdem Anwohner Blutspuren im Treppenhaus eines Basdorfer Wohn- und Geschäftshauses am Markt entdeckt hatten. In einer Wohnung des Neubaus, der sich in der Nähe der B109 befindet, fanden die Beamten dann einen leblosen Mann, der Stichverletzungen aufwies. Er wurde wahrscheinlich mit einem Messer getötet. Nur kurze Zeit später war die Kriminalpolizei vor Ort. Dabei kamen auch ein Spürhund und ein Hubschrauber zum Einsatz.
Nach MOZ-Informationen soll sich der getötete Vietnamese die Wohnung mit einem Landsmann geteilt haben. Ob es sich dabei um den Beschuldigten handelt, dazu gibt es keine Angaben. Die Staatsanwaltschaft bestätigt aber, dass sich Täter und Opfer kannten. Was genau zu der Tat geführt hat, sei aber unklar. Zu möglichen Motiven schweigt die Staatsanwaltschaft.
Der Beschuldigte hatte sich Ende März in Prag bei der Polizei gestellt. Er soll gegenüber den tschechischen Beamten gestanden haben, im Berliner Umland einen Mann getötet zu haben. Seine Aussagen passten zu dem Basdorfer Tötungsdelikt. Außerdem wurden Spuren von ihm am Tatort sicher gestellt.
Nach seiner Aussage in Prag befand sich der tatverdächtige Vietnamese einige Zeit im Gewahrsam der tschechischen Polizei. Die Staatsanwaltschaft musste zunächst beim Amtsgericht Frankfurt (Oder) einen europäischen Haftbefehl beantragen. Erst, als dieser erlassen wurde, war die Auslieferung des Tatverdächtigen möglich.

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