Auf dem S-Bahnhof Ahrensfelde ist am Freitag der symbolische Baubeginn für die Absenkung des Regionalbahnsteiges erfolgt. Insgesamt investiert die Deutsche Bahn AG 250 000 Euro.
Manche Vorhaben dauern lange, ziemlich lange sogar. Bereits vor Jahren hatten die Senioren aus Seefeld den heutigen brandenburgischen Infrastrukturminister Reinhold Dellmann auf die Probleme aufmerksam gemacht. Sie fahren oft mit den Zügen der Ostdeutschen Eisenbahngesellschaft (ODEG), steigen am S-Bahnhof auf Berliner Stadtgebiet aus, um dort etwa einen Arzt aufzusuchen. Doch das ist gar nicht so einfach, denn der Bahnsteig ist rund 40 Zentimeter zu hoch. Auch behinderte Menschen und junge Familien mit Kinderwagen haben Schwierigkeiten. "Viele ältere Bürger fahren deshalb schon bis Berlin-Lichtenberg", sagte damals Evelyn Springer.
Die Stadtverwaltung Werneuhen wandte sich mehrfach an die Deutsche Bahn AG. Die Antworten fielen immer ernüchternd aus. Der Höhenunterschied ist zulässig, ein Umbau werde aber aus finanzieller Sicht geprüft, hieß es etwa vor zwei Jahren beim größten deutschen Verkehrsunternehmen. Die Gemeinde Ahrensfelde wollte sogar 5000 Euro spendieren, "obwohl das Sache der Bahn ist", wie Bürgermeister Wilfried Gehrke betonte. Anfang des Jahres verfassten die Werneuchener Stadtverordneten erneut ein Protestschreiben - diesmal an den Landtag Brandenburg, das Infrastrukturministerium, an den Kreistag Barnim. Man wollte die "Gunst des Wahljahres" nutzen, was nun wohl auch gelungen scheint.
"Mit der Absenkung des Bahnsteiges wird die gesamte Strecke wieder ein Stück attraktiver", so Infrastrukturminister Dellmann. Dazu gehöre auch der Neubau des Haltepunktes in Rehhahn, der 2010 in Betrieb gehen soll. Der SPD-Politiker sagte auch einen Satz, den viele Blumberger, Seefelder und Werneuchener gerne hören werden: "In zwanzig Jahren wird es noch Verkehr auf der Strecke geben".
Der Bahnsteig wird auf 90 Meter um 40 Zentimeter abgesenkt. Die Investitionskosten liegen bei 250 000 Euro. Fünf Prozent davon sind Eigenmittel der Deutschen Bahn AG, die restliche Summe stammt aus dem Konjunkturprogramm des Bundes. Zwei Rampen und ein Blindenleitsystem sollen den Zugang erleichtern. Geplant sind überdies dynamische Schriftanzeiger. Die Fertigstellung der Baumaßnahmen ist für den 20. Dezember geplant.
Ahrensfeldes Bürgermeister Wilfried Gehrke dankte allen beteiligten Institutionen dafür, dass die "unerträgliche Umsteigesituation" nun endlich beendet wird. Landrat Bodo Ihrke (SPD) überreichte dem Rathauschef einen Fördermittelbescheid in Höhe von 44 000 Euro. Das Geld wird für den neuen Haltepunkt im Gewerbegebiet Rehhahn verwendet.