Eine Tagespflegeeinrichtung für zwölf Personen soll im Biesenthaler Stadtzentrum eröffnet werden. Dabei handelt es sich um eines von mehreren Vorhaben, mit denen sich die Stadtverordnetenversammlung befasste. Das gemeindliche Einvernehmen wurde dafür ebenso erteilt wie für die Errichtung einer Werkstatt für rund 35 Menschen mit Behinderungen im Sydower Feld. Für ein Bauvorhaben an der Plottkeallee war dies nicht der Fall.
Für die Einrichtung der Tagespflege in der August-Bebel-Straße 28 liegt der Barnimer Kreisverwaltung der Bauantrag eines privaten Betreibers vor. Er beabsichtigt, den zuletzt leerstehenden Laden mit Büro hierfür zu nutzen.
Sowohl im Bauausschuss als auch in der Stadtverordnetenversammlung stieß das Vorhaben auf Wohlwollen. Einerseits werde der Leerstand beseitigt, andererseits entspreche das Angebot dem Bedarf. Die Tagespflege soll von 8 bis 16 Uhr geöffnet sein.
In dem Gebäude sind unter anderem Räume für die Betreuung, die Therapie, zum Ruhen sowie zum Kochen und Essen vorgesehen. Büro, Personal- und Sanitärräume kommen hinzu. Die Wohnnutzung bleibt erhalten. Fünf Pflegekräfte sichern das Betreuungsangebot ab.
Die neue Werkstatt im Sydower Feld entspricht dem Angebot der Hoffnungstaler Stiftung im Förder- und Beschäftigungsbereich. In der Werkstatt sollen Menschen mit geistigen und körperlichen Behinderungen eine tätigkeitsorientierte Förderung erhalten. Sowohl im Hinblick auf die Tagespflege als auch auf den Werkstattneubau sieht die Stadtverordnetenversammlung keine baurechtlichen Probleme, so dass sie ihre Zustimmung zu der neuen Nutzung erteilte.
Bei einem weiteren Bauvorhaben wurde diese nicht gegeben. Dabei handelt es sich um den Neubau eines Mehrfamilienhauses sowie eines Geschäftsgebäudes an der Plottkeallee auf dem Grundstück des früheren Schützenhauses. In einem der beiden Neubauten sollen sechs Wohnungen entstehen, in dem anderen drei Büros.
Das Vorhaben ist bereits mehrmals in unterschiedlichen Ausführungen behandelt worden. Bereits im August hatte die Stadtverordnetenversammlung ihr Einvernehmen versagt. Als Grund wurde unter anderem angegeben, dass das unmittelbar angrenzende Gartendenkmal "Stadtpark" und der villenartige Charakter der Gebäude in der Bahnhofstraße zu beachten sei. Biesenthals Bürgermeister Carsten Bruch (CDU) unterstreicht in diesem Zusammenhang den besonderen Charakter des Standorts: "Wer von Bernau aus nach Biesenthal kommt, fährt genau auf dieses Grundstück am Stadtpark zu. Es erzeugt einen Eindruck von der ganzen Stadt."
Prägnanter Standort
Für die Bauaufsichtsbehörde des Landkreises sind diese Bedenken für eine Zurückweisung des Bauantrags nicht ausreichend. Zu dem Bauvorhaben liege eine denkmalrechtliche Erlaubnis vor. Der Charakter der Bahnhofstraße werde durch die Gestaltungssatzung für die Straße sichergestellt.
Bevor der Landkreis das sogenannte gemeindliche Einvernehmen ersetzt, hatte die Stadtverordnetenversammlung noch einmal die Möglichkeit, sich zu äußern. Sie beschloss, dass ein Bebauungsplan für das Vorhaben aufzustellen ist.