Insgesamt acht Brücken droht das im Laufe der Baumaßnahme. Sie werden erneuert oder instandgesetzt, darunter die Bucher-Straßen-Brücke und die Hebammensteigbrücke, die ebenfalls neu entstehen. Wie in einer Informationsveranstaltung zum Bauvorhaben bekannt wurde, werden zudem ab jetzt bis Ende Januar 2020 Bäume entlang der A 114 gefällt, danach erst kann die betonierte Fahrbahn nach und nach durch eine asphaltierte ersetzt werden. Das vorgesehene Bauende des Projektes ist nach Angaben der Senatsbauverwaltung in Berlin Sommer 2023. Bis dahin müssen Pendler und Bewohner mit umfassenden Umleitungen und Staus rechnen.
Keine Lärmschutzmaßnahmen
Bei der Informationsveranstaltung in Berlin-Buch sind die Anrainer vor allem eines: verärgert. Hauptaufreger ist ein Gutachten über nötige Lärmschutzmaßnahmen. Darin wurde festgestellt, dass der Bund laut seiner Untersuchung und nach rechtlichen Vorgaben nicht verpflichtet ist, Lärmvorsorgeleistungen zu erbringen. "Wir können nur darauf setzen, dass der Bund freiwillige Maßnahmen zum Lärmschutz ergreift", sagt Michael Franke von der Senatsverwaltung. Über diese "freiwilligen" Maßnahmen wird vorrangig gestritten: Die Anwesenden fordern, dass Lärmschutzwände installiert werden und die innerstädtische Autobahn künftig eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 Stundenkilometer bekommt. Dies kann laut Lärmgutachten nicht verordnet werden – jedoch behauptet die Senatsverwaltung, die neue Asphaltierung der Fahrbahn habe einen lärmdämmenden Effekt, der aber erst bei Geschwindigkeiten über Tempo 80 spürbar sei. Außerdem werde die Entfernung des rollenden Verkehrs zu den Anrainerwohnungen im Zuge der Baumaßnahmen größer, da die Autobahn um einen Seitenstreifen ergänzt werde.
Verkehrsführung durch Pankow
Verkehrstechnisch wird es für die Gesamtbauzeit eine sogenannte "2+0 Verkehrsführung" geben – das heißt, es wird jeweils eine Autobahnseite gesperrt, auf der anderen steht dem Verkehr dann je Richtung eine Fahrspur zur Verfügung. In den Hauptverkehrszeiten kann nicht verhindert werden, dass es zu Staus kommt. Da im Schnitt etwa 45 000 Fahrzeuge täglich auf dieser Strecke rollen, muss es eine Umverteilung auf andere Strecken geben. Teilweise passiert dies auf der Autobahn 111 und den Bundesstraßen B96, B96a und der B158. Das ruft lautstarke Proteste hervor. Durch Pankow wird ab Schönerlinder Straße bis zur Prenzlauer Promenade ebenso umgeleitet. Die Strecke soll mit provisorischen Ampeleinrichtungen ausgestattet werden, die die Verkehrsbelastung aufflechten sollen.
Auch darüber sind die Anrainer verärgert, die Verkehrsführung sei bereits jetzt durch die ersten Baumaßnahmen unzumutbar geworden. "Ich habe von Niederschönhausen bis hierher nach Buch anderthalb Stunden gebraucht", so ein aufgebrachter Teilnehmer. Ein anderer beschwert sich über schlechte Informationsverbreitung und fehlende Umleitungsausschilderungen. Von einem Tag auf den nächsten seien Strecken abgesperrt worden.
Letztlich müssen alle Betroffenen Geduld haben. Die A 114 muss erneuert werden, auch das wird deutlich. Auf freiwillige Lärmschutzmaßnahmen kann man laut Franke noch hoffen.