Das Landesamt für Bauen und Verkehr erstellt regelmäßig sogenannte Kreisprofile. Nun liegt die neue Ausgabe für das Berichtsjahr 2015 vor – mit teilweise interessanten Zahlen und Entwicklungen.
Die Themen, die behandelt werden, reichen von der Bevölkerung über die Wirtschaft bis zur sozialen Infrastruktur sowie dem Städtebau. Die Analysen sollen ein Bild von Entwicklungsrichtungen und -trends aller brandenburgischer Landkreise zeichnen, heißt es. Die Grundlage bilden zumeist Daten der amtlichen Statistik sowie verschiedener Ressort der Landesregierung.
Der Barnim ist mit einer Fläche von rund 1480 Quadratkilometer der zweitkleinste Kreis Brandenburgs und der kleinste Berliner-Umland-Kreis. Er umfasst naturraummäßig die Barnimhochfläche, das Eberswalder Urstromtal und einen Teil der Uckermärkischen Platte.
Es gibt 25 Gemeinden, davon sind sieben amtsfrei. Außerdem existieren drei Ämter, deren Einwohnerzahl zwischen 5300 und 12 000 liegt. Bei der Siedlungsdichte hat der Barnim den höchsten Wert aller Landkreise – hier leben rund 1100 Einwohner auf einem Quadratkilometer. Bis zum Jahr 2013 hatte es eine Abnahme der Siedlungsdichte infolge einer starken Flächeninanspruchnahme gegeben. Danach stieg der Wert bis 2015 wieder an.
Die Siedlungs- und Verkehrsflächen haben einen Anteil von elf Prozent an der Kreisgesamtfläche. Das ist nach Oberspeewald-Lausitz und Märkisch Oderland der dritthöchste Wert. Elf Prozent des Landkreises stehen unter Naturschutz, 60 Prozent sind Landschaftsschutzgebiete. Das ist der zweithöchste Anteil nach Havelland.
Die Anzahl der Gemeinden hat sich von 1993 bis 2015 von 73 auf 25 verringert. Die mittlere Einwohnerzahl stieg dagegen in dem Zeitraum von 2043 auf 7096. Mit 177 400 Einwohner ist der Barnim der fünftgrößte Kreis in Brandenburg. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt dabei im Berliner Umland. Seit 1990 hat es insgesamt einen Einwohnerzuwachs von rund 19 Prozent gegeben. Im Berliner Umland lag dieser Wert sogar bei 67 Prozent. Das ist die zweithöchste Steigerung nach Havelland. Besonders hervorzuheben ist Ahrensfelde mit plus 157 Prozent.
Mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) – das ist der Wert aller Waren und Dienstleistungen – von 3,7 Milliarden Euro lag der Barnim im Jahr 2015 im Mittelfeld aller Kreise. Eine starke Entwicklung, nämlich plus 15,5 Prozent, hat es  aber seit 2012 gegeben. Das BIP je Einwohner liegt erheblich unter dem Landesdurchschnitt von 27 000 Euro. Dies wird mit der hohen Auspendlerquote und der Existenz vergleichsweise weniger großer Unternehmen begründet. Mit 79 Prozent wies die Bruttowertschöpfung im Dienstleistungsbereich den zweithöchsten Wert aller Landkreise aus. Der Durchschnitt in Brandenburg liegt bei 72 Prozent.
Der Jahresumsatz des verarbeitenden Gewerbes betrug 710 Millionen Euro – der zweitgeringste Wert im Vergleich der Landkreise. Der Anteil des Exports am Umsatz betrug 17 Prozent (im unteren Drittel der Kreise, Landeswert 30,3 Prozent). Durchschnittlich beschäftigten die Firmen des verarbeitenden Gewerbes 57 Mitarbeiter. Landesweit sind es 84. Die Unternehmensstruktur ist durch klein- und mittelständische Betriebe gekennzeichnet.
Beim Tourismus wird eine stabile Entwicklung festgestellt. Im Jahr 2015 gab es 96 Beherbergungsbetriebe ab zehn Betten. Das ist ein leicht überdurchschnittliches Angebot im Vergleich zu anderen Landkreisen.