Doch schon jetzt sind die Konturen der neuen Tigerbleibe gut zu erkennen. Ein Teich ist angelegt, der Wasserfall vorbereitet, die Kletterbäume stehen. Gerade sind Schneeball-Sträucher an einer Seite des Freigeheges gesetzt worden. Im Umfeld des rund 100 Quadratmeter großen Geheges auf einem ehemaligen Feld stehen mehr als 300 neu gepflanzte Bäume. "Trotzdem sieht alles noch sehr kahl aus", stellt Renato Rafael realistisch fest.
Tierarzt Renato Rafael sorgt sich um seine Tiger

Bildergalerie Tierarzt Renato Rafael sorgt sich um seine Tiger

Der Gründer des Wildkatzen- und Artenschutzzentrums "Felidae" in Tempelfelde hatte das vorausgesehen und vorausgesagt. Lange hatten er und der Verein "Raubkatzen Barnim" um eine Finanzierung des neuen Freigeheges gerungen. Im Oktober 2017 konnte dann symbolisch der Grundstein gesetzt werden. Ohne die finanzielle Förderung des brandenburgischen Landwirtschaftsministeriums unter Jörg Vogelsang (SPD) wäre das nicht möglich gewesen. Das Land finanzierte die neue Anlage mit 250 000 Euro aus Lottomitteln. Der Verein hätte diesen Betrag nie aufbringen können, sagte Vereinsvorsitzender Jürgen Lüdeke damals. Für ihn war die Unterstützung aus Potsdam zugleich Anerkennung für die Leistungen des Vereins bis dato, der ursprüngliche Vorhaben und Planungen bereits mit 50 000 Euro untersetzt hatte.
Im Juli 2018 stand das Gerüst des Geheges. "Das Geld des Landes reicht für die Hülle", bemerkte Rafael damals. "Aber um Diego und Heike dort unterzubringen, braucht es mehr." Allein für den Teich und die notwendige Filteranlagen rechnet er mit Kosten von 30 000 Euro. Dazu die Bäume, Sträucher, künstliche Kletterfelsen, die ebenfalls in ein solches Gehege gehören – mindestens 20 000 Euro kostet die Innenausstattung, schätzte er vor eineinhalb Jahren, und zeigte sich entschlossen: "Solange das Gehege nicht fertig ist, können die Tiger nicht umgesetzt werden."

Wildkatzenzentrum hat wegen Corona geschlossen

Bauliche Mängel, die die Sicherheit der beiden Tiger gefährden, haben den Einzug von Diego und Heike zusätzlich verzögert. Unter der Voraussetzung, dass die Mängel beseitigt sind, könnten die Tiger in diesem Sommer in ihr neues Gehege umziehen.
Aufgrund der Corona-Krise hat das Wildkatzenzentrum für Besucher geschlossen. "Jetzt im Frühling wäre es mit den Führungen wieder losgegangen", sagt Renato Rafael. "Mit denen verdienen wir normaler Weise unsere Futterkosten", seufzt er. Alle fünf Wochen muss er für seine Wildkatzen an die 1000 Kilogramm Fleisch kaufen – und bezahlen. Bislang habe es zum Glück noch keine Lieferprobleme gegeben, sagt er erleichtert.
Spenden für das Wildkatzen- und Artenschutzzentrum an: Raubkatzen Barnim e.V., IBAN: DE21 1605 0000 1000 7256 06, Verwendungszweck: Spende Felidae