In der Ladeburger Kirche gab das Kammermusikensemble Karow unter der Leitung von Thomas Posselt ein Benefizkonzert. Dessen Erlös soll einer neuen Gasheizung für die Kirche zugute kommen.
Das ehrwürdige Ladeburger Kirchlein war gut besucht und das Publikum applaudierte herzlich zwischen den Stücken und am Ende. Dementsprechend flossen auch die Spendengelder recht üppig, wie ein diskreter Blick ins Geldkörbchen vermuten ließ. So war allen gedient, denn das Orchester konnte, wie Thomas Posselt sagte, durch diesen Auftritt vor fremdem Publikum wichtige Erfahrungen sammeln.
Die etwa 20 Musiker geben einen runden Klangkörper ab. Offenbar hat sich hier eine besonders motivierte und leistungsfähige Schar zusammengefunden. Viele Mitglieder des Ensembles bringen jahrelange Instrumental-Erfahrungen mit, so dass der Dirigent aus dem Vollen schöpfte und ein anspruchsvolles Programm mitbrachte: Pachelbel war dabei, Haydn, Corelli, Bartok und Bach...
Vieles gelang hinreißend
Doch auch das ambitionierteste Laienorchester wird sich nie mit den Berliner Sinfonikern messen können. Dabei hat das Kammermusikensemble Karow durchaus Potential. Viele Passagen der zum Teil schwierigen Werke gelangen hinreißend schön und ließen das Publikum schmelzen. Vor allem nicht ganz so komplexe Stücke wie Schostakowitschs Walzer Nr. 2 und Teile der Rumänischen Tänze von Bartok gehörten dazu. Anderswo haperte es manchmal mit dem Tempo, dem Rhythmus oder dem Tonansatz. Es mag für die Musiker und den Dirigenten verlockend sein, die Grenzen auszureizen, und man kann sie dazu nur ermutigen. Doch beim Auftritt auf fremdem Terrain gelingen die kleineren Brötchen oft schöner und runder. Wenn alle so begeistert wie bisher am Ball bleiben, kann man sie nächstes Mal bestimmt größer backen. Es ist erfreulich, dass es so ambitionierte Laienorchester und Dirigenten gibt!