Mit einer Ausstellung der Künstlerin Birgit von Lemm ist am Sonntagabend eine Sozial-, Integrations- und Antidiskriminierungsberatungsstelle in Bernau eröffnet worden. Die Räume sollen auch der jüdischen Gemeinde als Treffpunkt dienen. "Bereits seit 17 Jahren gibt es wieder jüdisches Leben in der Stadt, für uns Christen ist das ein Privileg", sagte Danilo Feigel vom Netzwerk für Weltoffenheit und Toleranz zur Eröffnung. "Die Räume sollen zur Kontaktpflege zwischen den Kulturen dienen und stehen grundsätzlich allen offen." "Es gibt in der Stadt mittlerweile fünf religiöse Gemeinden", weiß auch Beratungsstellen-Leiterin Diana Sandler zu berichten. "Die neuen Räume strahlen eine warme Atmosphäre aus, so dass sich hier jedermann zu Hause fühlen wird", wirbt sie um Besucher.
Bereits im Januar dieses Jahren zogen die Mitarbeiter der Beratungsstelle in die neuen Räume in der Berliner Straße 52c. Allerdings ist noch lange nicht alles fertig eingerichtet. "Es fehlen uns immer noch einige Tische und Stühle", erklärt Diana Sandler weiter.
Als umso schöner findet sie es, dass mit Birgit von Lemm eine renommierte Künstlerin gefunden werden konnte, die die Räume mit ihrer Ausstellung zumindest zeitweise verschönert. Die Malerin zeigte Werke, die sich alle mit der jüdischen Religion auseinandersetzen. Dabei sind sogenannte Holzwendebilder zu sehen, die zum einen auf den Ursprung eingehen, religiöse Symbole oder Feiertage wie Bundestaube oder Schabbat thematisieren. Ein zentrales Objekt der Ausstellung ist ein Gedenkstuhl mit der Nummer 100012 aus dem Jahr 1942, dem Jahr der Wannsee-Konferenz, auf der 15 Nazi-Größen in zwei Stunden den Tod von Millionen Juden beschlossen.
In den Räumen der Beratungsstelle gibt es derzeit rund 40 feste Veranstaltungen im Monat. "Unsere Tür steht jedoch 24 Stunden für alle offen, die Hilfe benötigen", macht Leiterin Diana Sandler deutlich.