Auf dem rund 2,5 Hektar großen Gelände zwischen Ladeburger Chaussee, Jahnstraße und Ladeburger Straße will die Stadt  eine Mehrzweckhalle mit mindestens 2000 Zuschauerplätzen bauen, die in erster Linie für den Schul- und Vereinssport genutzt werden, aber auch für  Veranstaltungen zur Verfügung stehen soll. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft Wobau wird ein Parkhaus mit mindestens 550 Stellplätzen sowie medizinischen Zwecken dienende Einrichtungen errichten. Zusätzlich zum Parkhaus sollen weitere Pkw-Stellflächen unter den Gebäuden entstehen.
Ein ambitioniertes Projekt
Das Ladeburger Dreieck ist eine der letzten großen freien Flächen in Innenstadtlage. Ihre Bebauung sei "städteplanerisch eine gewisse Herausforderung", stellte Bürgermeister André Stahl (Linke) am Donnerstag fest. Von einem "ambitionierten Bauvorhaben" sprach Dagmar Enkelmann. Sie lobte die vorzeitige Beteiligung von Kindern, Jugendlichen und Sportvereinen an den Planungen. "Das Projekt sollte schnell auf den Weg gebracht werden", mahnte die Linke. Im Hinterkopf hatte sie dabei wohl auch die Widerstände von BVB/Freie Wähler, CDU, Bündnis für Bernau (BfB) und AfD gegen das andere geplante Bernauer Großprojekt an der Schwanebecker Chaussee. Für dessen Bebauungsplanentwurf hatte eine Mehrheit der Stadtverordneten die öffentliche Auslegung verweigert.
Doch diesmal ging es im Parlament anders zu. Entscheidenden Anteil daran, dass das Vorhaben am Ladeburger Dreieck – mit Ausnahme des Bündnisgrünen Klaus Labod, der das Projekt als "krasse Fehlplanung" beziechnete  – insgesamt nicht infrage gestellt wurde, dürfte Dirk Weßlau gehabt haben. Die "graue Eminenz" von BVB/Freie Wähler hatte sich bereits vor vielen Jahren dafür stark gemacht, dass das Areal vis-a-vis des Rollberg-Ecks bebaut wird, war aber lange am Widerstand des damaligen Bürgermeisters Hubert Handke (CDU) gescheitert. Nun hatte er offenbar erfolgreich die Werbetrommel für das Vorhaben bei seinen Mitstreitern in der Fraktion gerührt.
So erklärte Fraktionschef Thomas Strese am Donnerstagabend im Plenum zwar: "Ich persönlich stehe dem Objekt sehr kritisch gegenüber". Als einen Grund nannte er die räumliche Nähe der Veranstaltungshalle zum Krankenhaus, die Lärmbelästigungen für die Patienten mit sich bringen würde. Andererseits erkannte aber auch er, am Ladeburger Dreieck existiere "schon lange ein städtebaulicher Missstand". Fast feierlich erklärte Thomas Strese sodann: "Ich werde meine Stimme also nicht dagegen wenden!"
Auch die vielen Sportler unter den Stadtverordneten beeinflussten wohl schon im Vorfeld die Diskussion zu Gunsten der Mehrzweckhalle. Immerhin sollen die Basketballer von Lok Bernau dort eine Heimstatt erhalten – und der Verein hat eine ganze Reihe frenetischer Anhänger in allen Fraktionen.
Zu längeren Debatten führte die Parkplatzsituation, wenn die Bauarbeiten irgendwann beginnen. Zurzeit stehen täglich an die 400 Fahrzeuge auf der noch unbebauten Fläche. Etwa 250 bis 280 Stellplätze sollen als Ersatz im Umfeld hergerichtet werden, so unter anderem vor dem Schwesternwohnheim, auf einem leeren Grundstück an der Jahnstraße und auch auf Grünflächen, erklärte Bürgermeister Stahl. "Wir brauchen uns aber keinen Illusionen hinzugeben: Die 18 Monate Bauzeit werden schmerzhaft", sagte er. Allerdings, wenn das Parkhaus und auch die Tiefgaragen fertig seien, "haben wir im Ergebnis mehr als doppelt so viele Parkflächen zur Verfügung", versuchte Stahl, die Stadtverordneten zu trösten.