Die Vorteile der Stadt, die mit ihren rund 37 000 Einwohnern mittlerweile die achtgrößte in Brandenburg ist, sieht der Bürgermeister ganz realistisch. Die Nähe zu Berlin und die gute verkehrstechnische Anbindung mit Autobahnanschluss und S-Bahn sind es, die Bernau zu einem beliebten Wohnortstandort machen. Darin liegt nach Handkes Auffassung auch die Perspektive der Stadt. Das beispielsweise die Grundstücke am Rutenfeld sehr schnell verkauft wurden sei ebenso ein gutes Zeichen wie der Verkauf der Parzellen am Kirschgarten/Fichtestraße, freut er sich.
Doch mit Einfamilienhäusern allein ist es in Bernau nicht getan. Die Stadt bräuchte dringend weitere Mehrfamilienhäuser mit Wohnungen zu bezahlbaren Mieten. Auch für Senioren mit geringen Renten sei es zunehmend schwer, entsprechend bezahlbaren Wohnraum bereitzustellen. Die Stadt könne lediglich auf den Wohnungsbestand aus DDR-Zeiten zurückgreifen. Da es weder vom Land noch vom Bund eine Förderung des sozialen Wohnungsbaus gebe, sei entscheidend, "ob wir Leute motivieren können, auch in den Geschosswohnungsbau zu investieren", ist der Bürgermeister überzeugt. Dazu brauche die Stadt aber wiederum geeignete Grundstücksflächen. Die aber seien mittlerweile knapp geworden, auch in Bezug auf Gewerbeansiedlungen.
Das Gewerbegebiet in Ladeburg ist zu 77 Prozent ausgelastet, das in Rehberge zu 70 Prozent. An der Pappelallee in Schönow sind 60 Prozent der Grundstücke vergeben.
Mit der Entscheidung, nach der Wende auf die Ansiedlung größerer Konzerne zu verzichten, habe man richtig gelegen, zieht der Bürgermeister eine positive Bilanz. 31 Industrie- und 744 Handwerksbetriebe, 832 Handelseinrichtungen sowie 1731 sonstige Gewerbe sind in Bernau angemeldet. Rund sechs Millionen Euro an Gewerbesteuern nimmt die Stadtkasse durch sie ein. Das sei bei einem Gesamthaushaltsvolumen von rund 77 Millionen Euro eher gering. "Unsere Haupteinnahmequelle ist die Einkommenssteuer", so Handke. Ein weiterer guter Grund für ihn, auf Zuzügler und damit auf die "Wohnstadt Bernau" zu setzen.