Der mittelständische Betrieb Holzfensterbau Bernau (HFBB) von Karsten Häbler hat sein Quartier in einer großen, hellen Werkhalle aus Holz im Bernauer Westen. Front und Dach des Baus sind mit den namensgebenden Holzfenstern ausgekleidet.
Für die Führung haben sich die Mitglieder des BMH eingefunden, um sich von Häbler dessen Betrieb zeigen zu lassen. Vom Anwalt über den Ingenieur bis zum Sparkassenchef reicht die Palette der Mitglieder, die sich in dem Verein zusammengeschlossen haben, um sich gegenseitig über Neues und Gewerbliches zu informieren. "Die Unternehmer bekommen so Kontakt und Einblick in die Arbeit der anderen Unternehmer. Oft bleibt wenig Zeit, sich selbst zu informieren", erklärt Manfred Hübler, der Vorsitzende des BMH die Firmenführungen.
Karsten Häbler bugsiert seine Gäste in die angrenzende Haupthalle, in der die Holzbearbeitung stattfindet. Seit 1989 gibt es seine Firma und seit 1994 produziert Häbler in der eigens gebauten Halle.
Mehrere Maschinen für das Hobeln, Fräsen und Verleimen haben sich seitdem in der Werkhalle angesammelt. "Unsere Maschinen sind alles Eigenentwicklungen", erzählt Häbler stolz, als er neben einem Vier-Seiten-Hobel steht. Gefertigt nach den Vorgaben und Anforderungen, die sich bei seiner Fensterfertigung ergeben. "Dabei war auch die Energieeffizienz ein wichtiger Punkt", erzählt Häbler. Die Optimierung der Betriebsabläufe ist dem 49-Jährigen definitiv ein Anliegen.
Die einzelnen Stationen der Holzbearbeitung liegen dicht beisammen und ermöglichen einen nahtlosen Arbeitsablauf. Rund um die Arbeitsplätze stappeln sich überall dicke Balken der unterschiedlichsten Holzarten. "Wir benutzen viel Lärchen- und Fichtenholz, zum Teil aus unserer Region." Auch märkische Kiefer würde Häbler gerne aus der Nähe beziehen, aber "die findet sich meistens in Spanplatten wider". Leider habe die Qualität von Fichtenholz abgenommen. Dafür verarbeitet der Unternehmer aus Buch auch exotischere Holzsorten. "Wir haben einen Kunden im Ruhrgebiet, der nur Fenster aus Mahagoni bestellt", weiß Häbler zu berichten. Allerdings sei die Arbeit mit dem exklusiven Material umständlicher als man glaubt.
Gerade in diesem Bereich aber liegt die große Stärke von Häblers Betrieb, die ihn seit 20 Jahren wachsen und florieren lässt. "Mit Holz könne wir sehr individuell arbeiten. Wenn ein Kunde sagt, die Fenster müssen drei Milimeter dünner sein, dann können wir das machen. Bei Plastikfenstern können sie nur kaufen, worauf die Maschinen getrimmt sind."
Auch bei Lackierung und Beschlägen kann Häblers Fertigung mit Individualität aufwarten. Allein für Fenstergriffe und Verschlüsse bietet der entsprechende Arbeitsplatz eine Auswahl an 1300 verschiedenen Komponenten. Ein "Puzzle mit 1300 Teilen", wie der betriebseigene Witz vernehmen lässt. Für die Lackierung hat sich der 49-Jährige Unternehmer einen speziellen Lack mit einem Minimum an Lösungsmitteln anfertigen lassen.
Seit viereinhalb Jahren produziert Häbler seine Fenster nicht mehr nur in Bernau, sondern auch in einer zweiten Niederlassung in Forst in der Lausitz. "Wir haben in diesem Jahr die Kapazität in Bernau noch einmal um zehn Prozent gesteigert, aber jetzt stoßen wir an unsere Grenzen", sagt Karsten Häbler. 32 Angestellte arbeiten dort, noch einmal 39 in Bernau. Es könnten aber auch mehr sein. "Tischler sind immer gefragt, aber wir haben auch einige Helfer für die vielen Arbeiten nebenher." Jedes Jahr kommen vier bis fünf Auszubildende dazu. Leider habe auch hier die Qualität abgenommen, wie Karsten Häbler auf Nachfrage bestätigt.
50 bis 60 Fenster verlassen pro Tag seinen Betrieb. Von Hannover bis Ratzeburg erstreckt sich sein Hauptabsatzmarkt. Aber auch im Barnim finden sich viele Häuser, in denen Fenster aus Bernau verbaut sind.