Zwei Polizeibeamte vor der Tür, einige Security-Mitarbeiter im Saal - der WAV hatte sich gründlich vorbereitet. Die wohl befürchteten Störungen oder gar Handgreiflichkeiten blieben jedoch aus. Heiß waren dennoch nicht nur die Temperaturen im Saal Alt-Lobetal, sondern auch die Diskussionen.
Zunächst berichtete der amtierende Verbandsvorsteher Hubert Handke, dass bereits 2363 Bescheide an Altanschließer verschickt wurden. "Diese haben ein Volumen von rund 8,9 Millionen Euro", so der Bernauer Bürgermeister. Die Zahl der Widersprüche gab Handke mit 1025 an. Das seien 43 Prozent der Fälle.
Wie Handke weiter sagte, hat der WAV "Panke/Finow" im Mai eine juristische Auseinandersetzung mit dem Landkreis Barnim gewonnen. Dabei ging es um die Aufteilung der Vermögensanteile zwischen dem Verband und der Gemeinde Panketal, die den Verband verlassen hatte. "Wie das Verhältnis ausfallen wird, wissen wir aber noch nicht", betonte Handke. Das schriftliche Urteil müsse abgewartet werden.
In der Fragestunde wies Christel Simon auf die kurze Frist von einem Monat hin, in dem Widersprüche geltend gemacht werden können. "Viele Bürger sind derzeit im Urlaub", so Simon. Der Zeitraum sei deshalb nur schwer einzuhalten. Zugleich forderte sie erneut eine Umstellung auf die Gebührenfinanzierung. Dies sei die bessere Lösung, betonte die Bernauerin.
Handke wies dies zurück. "Wir haben uns letztlich für Beiträge entscheiden", so der amtierende Verbandsvorsteher. Dies sei ein "legitimes Ergebnis". Der Rathauschef, der sichtlich um eine sachliche Debatte bemüht war, wies wiederholt darauf hin, dass nur für Investitionen, die nach 1990 im Verbandsgebiet getätigt wurden, die sogenannten Altanschließerbeiträge gezahlt werden müssen. Das habe der Gesetzgeber so gewollt. Handke gab zu, dass dies schwer zu vermitteln sei.
"Die Verantwortlichen sind sich wohl nicht bewusst, woher die Menschen das Geld nehmen sollen", so ein Bernauer. Der amtierende Verbandsvorsteher musste passen. "Als Verband kommen wir nicht an den gesetzlichen Regelungen vorbei", sagte Handke lediglich. Er verwies zudem auf die Möglichkeit hin, Ratenzahlungen zu vereinbaren.
Ein weiterer Bürger kritisierte, dass die Satzungen ständig geändert werden. "In zwei Jahren will der Verband noch mehr Geld haben", mutmaßte der Bernauer. Wahrscheinlich müsse man irgendwann auch noch für die überdimensionierten Kläranlagen zahlen.
Den geäußerten Vorwurf der Unfähigkeit gegenüber dem Verband wies André Stahl zurück. Man nehme immer eine Interessenabwägung vor, um der "Daseinsvorsorge im Bereich Wasser /Abwasser" nachzukommen, so der Rechtsanwalt. Eine Stellschraube seien dabei die Beiträge, dafür habe sich der Verband auch entschieden. Eva-Maria Rebs warnte vor einer Umstellung auf Gebühren. "Ich habe beruflich mit vielen Menschen zu tun, die Angst davor haben", sagte die Bernauerin.
Die Wasserversorgungs- und Entwässerungssatzung wurden ohne Diskussion - die hatte es laut Harald Ueckert bereits im Vorfeld gegeben - einstimmig beschlossen. Dies traf auch auf die jeweiligen Beitrags-, Kostensatz- und Gebührensatzungen zu. Sie sollen in den kommenden Tagen auf der Internetseite des WAV sowie in den Amtsblättern der betroffenen Kommunen veröffentlicht werden.