Zu wummernder Musik kamen die Dritt- und Viertklässler der Grundschule am Blumenhag in Bernau am Mittwoch auf den Sportplatz der Schule. Jedes Kind hatte einen zugewiesenen Platz – so war sichergestellt, dass der Mindestabstand eingehalten wurde. Die Stimmung: Ausgelassen, hier und dort wurde getanzt. „Wir wollen mit euch Erwachsenensport machen“, rief Ulrike Bauer den Mädchen und Jungen zu. Gemeinsam mit Julia Bröker stand die Sportlehrerin auf einer Bühne vor den Zuschauerrängen. „Wir werden uns richtig anstrengen und was für unsere Muckis machen“, konkretisierte sie.

Erste Übung: Boxen

Die Sporteinheit begann mit Boxen. Die Sportlehrerinnen machten Übungen vor, die Schüler machten sie nach. „Wir sind hier nicht beim Schwimmen“, ermahnte Ulrike Bauer. Immer wieder forderte sie: Schneller, schneller! Die nächste halbe Stunde trieben die beiden Frauen die Schüler zu sportlichen Höchstleistungen an. Seit über 20 Jahren arbeiten sie als Fitnesstrainerinnen. Das sei der Ausgleich zum Schulunterricht, erklärten beide lachend.

65 Schulen beteiligen sich in Brandenburg

Der dezentrale Aktionstag, an dem sich die Schule beteiligte, stand unter dem Motto „Jugend trainiert – gemeinsam bewegen“. Dazu aufgerufen hatte die Deutsche Schulsportstiftung, unterstützt durch die Kultusministerien der Länder. In Brandenburg machten 65 Schulen mit, deutschlandweit waren es mehr als 1200. Erklärtes Ziel: Ein nachhaltiges Signal für die Notwendigkeit von Bewegung, Sport und Spiel im schulischen Alltag setzen. Brandenburgs Sportministerin Britta Ernst (SPD) freute sich über die rege Teilnahme: „Gerade in Zeiten der pandemiebedingten Einschränkungen sind Sport und Bewegung enorm wichtig – sie fördern das Wohlbefinden und die gute Laune und das gemeinsame Sporttreiben zudem den Teamgeist und das Miteinander.“
Die Anstrengung war den Dritt- und Viertklässlern auf dem Sportplatz anzusehen – aber auch der große Spaß an der gemeinschaftlichen Bewegung. Alle 550 Schüler der Grundschule nahmen an dem Aktionstag teil. Die Sporteinheiten wurden jeweils auf die Schüler zugeschnitten. „Ich fand es cool“, sagte Elenor Fee im Anschluss. Insbesondere das Boxen hatte der Achtjährigen gut gefallen. Sport? Für das Mädchen gehört der zum Alltag dazu. Im Verein spielt die Drittklässlerin Handball und tanzt. „Sport ist mein Leben“, erklärte Valentin am Rande der Veranstaltung. Am Mittwoch musste der Neunjährige jedoch aussetzen: Tags zuvor war er auf dem Weg zur Schule umgeknickt.

Spendenlauf und Pausengestaltung

Auch die Grund- und Oberschule Schwanebeck beteiligte sich mit ihren 760 Schülern am Aktionstag. Weil jede Schule individuell ein Bewegungsangebot auf die Beine stellen konnte, lief der Tag dort entsprechend völlig anders ab als in Bernau. In Schwanebeck fand ein Spendenlauf statt. Die Schüler jeder Klasse hatten 20 Minuten Zeit, ihre Runden auf dem Schulgelände zu drehen. Für jede erlaufene Runde gab es Geld. Das Geld komme dem Förderverein der Schule zugute, erklärte Schulleiter Manfred Reinicke. Doch auch für Feli und ihre Familie wurde Geld gesammelt. Die 13-jährige Schülerin aus Schwanebeck ist an einer sehr schweren Form der Leukämie erkrankt.
„Bewegung ist ein wichtiger Bestandteil der Schulkultur“, sagte Gudrun Pahlke, Sportlehrerin im Grundschulbereich und Hauptorganisatorin des Aktionstages an der Grund- und Oberschule in Schwanebeck. Mit ihrer Klasse hatte sie dem Sporttag eine künstlerische Komponente hinzugefügt. Entstanden war ein Banner. „Sport ist der Schlüssel geistigen Handelns“ war darauf zu lesen.
In der Grundschule Marienwerder wurde im Außenbereich Spiel- und Sportstationen aufgebaut. Jede Klasse konnte sich in einer Unterrichtsstunde an diesen Stationen austoben. Neben Zielschießen, Schlängellauf und Sackhüpfen gab es Gummistiefelweitwurf für die jüngeren Schüler und Fahrradreifenweitwurf für die älteren. Zusätzlich wurde die erste Hofpause gemeinsam verbracht. Lehrer der Schule gestalteten diese mit Spielen ihrer eigenen Schulzeit, wie Gummihopsen und Springseilspringen.

Sportpreise winken für Teilnehmer

Die Schulen, die sich am Aktionstag beteiligten, wurden mit „Jugend trainiert“-Paketen ausgestattet. Diese Pakete enthielten unter anderem Startnummern, Urkunden, Aufkleber und ein Banner. Für die Teilnahme winken den Schülern und den Schulen zudem Sportpreise. Das wecke den sportlichen Ehrgeiz, war man sich in Bernau einig.