Vom 15. April bis zum 2. Mai werden in Bernau, Werneuchen, Biesenthal-Barnim, Oderberg-Britz-Chorin und Joachimsthal weitere Biotonnen aufgestellt. Haushalte, die an dem freiwilligen Pilotprojekt teilnehmen möchten, erhalten die 120-Liter-Behälter zunächst kostenlos.
Rund 48 Prozent des Hausmülls im Barnim sind Bioabfälle, erläutert Christian Mehnert, Geschäftsführer der Barnimer Dienstleistungsgesellschaft, in der Sitzung des Biesenthal-Barnimer Amtsausschusses am Montagabend. Mit der flächendeckenden Einführung der Biotonne im Barnim soll dieser Anteil drastisch verringert werden. Seit 2016 erfolgte unter anderem in Wandlitz, Ahrensfelde und Panketal die Aufstellung der Biotonne. 2018 seien 10 000 Tonnen Bioabfall eingesammelt worden, so Mehnert. Ziel für den gesamten Landkreis seien 20 000 Tonnen. Damit werde der Barnim die Vorgaben des Landes pro Kopf und Jahr erfüllen. 2015 war das hierfür ausschlaggebende Kreislaufwirtschaftsgesetz in Kraft getreten. Die Umsetzung der flächendeckenden Bioabfallerfassung muss in Brandenburg bis zum Jahr 2020 erfolgen. Nach dem Konzept der Dienstleistungsgesellschaft soll im Barnim die Aufstellung der Biotonnen 2019 planmäßig abgeschlossen werden. Erwartet wird ein Anschlussgrad von 80 Prozent.
Noch genießt das Bioabfallkonzept für den Barnim Pilotstatus. Das bedeute, die Aufstellung einer Biotonne ist freiwillig und kostet die Bürger vorerst nichts. Wer keine Tonne bekommen möchte, kann sie abbestellen, so Christian Mehnert. Wenn die nächsten Gebührenbescheide Mitte März verschickt werden, erhalten die Haushalte darüber eine Information. Bis zum 5. April sollten dann die Abmeldungen vorgenommen werden. Dies sei zwar auch später noch möglich, doch könne es dann sein, dass vorübergehend eine Tonne aufgestellt wird. Die Verteilung der insgesamt rund 18 000 neuen Tonnen beginnt in Bernau und soll bis zum 2. Mai im Barnimer Norden abgeschlossen sein. Die Entsorgung startet gleich am 2. Mai.
Die eingesammelten Bioabfälle werden in einer Fremdanlage kompostiert und anschließend als Kompost zurückgekauft, so Christian Mehnert. Dieser kann dann auf den Recycling- und Wertstoffhöfen von jedermann erworben werden.
Dass die Akzeptanz der Biotonne in ländlichen Bereichen geringer sei als in städtischen – zumal nach der Pilotphase auch für sie Gebühren zu bezahlen sind – befürchteten die Amtsausschussmitglieder Florian Görner (Breydin) und Simone Krauskopf (Sydower Fließ). In Wandlitz, so Carsten Bruch (Biesenthal), sei die Bereitschaft zur Nutzung der Tonne erfahrungsgemäß gegeben. Die Abfallentsorgung, so Margitta Mächtig (Biesenthal), funktioniere nach dem Solidarprinzip. Mit den Gebühren werde in erster Linie das Vorhaltesystem für alle ermöglicht. Christian Mehnert wies darauf hin, dass sich die Abfallmenge beim Hausmüll durch die Biotonne verringere und dies zu berücksichtigen sei. Auch würden viele Grundstücksbesitzer, die über keine Kompostierungsmöglichkeiten verfügen, die Biotonne nutzen.