Seit diesem Blitzeinschlag sind die Mitarbeiter im Bauamt mit den Fachleuten aus der Elektrikerbranche im Gespräch, um abzuklären, wie sich gegen Blitzeinschläge Vorsorge treffen lässt. Beispielsweise ließe sich ein Überspannungsschutz nachrüsten, der erwartungsgemäß nicht kostenfrei zu haben wäre. "Wir haben schon bei der Versicherung angefragt, um herauszufinden, was wohl günstiger wäre.- Entweder die Ertüchtigung der Lampen oder die Variante, auf Risiko zu fahren", wog Rüdiger Stumpf vom Wandlitzer Bauamt jüngst im Bauausschuss ab.
Schlägt vier Jahre lang der Blitz nicht ein, hätte die Bauverwaltung alles richtig gemacht. Kostentechnisch wäre die Gemeinde dann im Vorteil. Unstrittig erscheint hingegen die Entscheidung, bei Neuinstallationen ein Überspannungsmodul für die LED-Leuchten vorzusehen. "Das ist ja wohl Stand der Technik", ermutigt beispielsweise Uwe Liebehenschel im jüngsten Bauausschuss die Verwaltung. 40 bis 80 Euro kostet dieses Überspannungsmodul, die Leuchten kosten allein 640 Euro.
Weiterführend taucht jedoch eine Frage auf, die für Anlieger von großem Interesse sein dürfte. Aus Gründen des Umwelt- und Ressourcenschutzes sollten aus heutiger Sicht unbedingt LED-Lampen in der Gemeinde Wandlitz verbaut werden. Sie verbrauchen Bruchteile dessen, was herkömmliche Straßenleuchten benötigen. Aus Sicht der Anlieger könnte aber die Kehrseite der Medaille betrachtet werden. Und die sieht so aus: Die Gemeinde verbaut teurere Lampen, die von den Anliegern bezahlt werden müssen. Die Energieeinsparung kommt hingegen der Gemeinde zugute, davon profitieren die Anwohner nur sehr indirekt, nämlich als Steuerzahler.
Zudem steht eine weitere Frage vor der Gemeinde: Der im Bereich Hochbau beschäftigte Mitarbeiter Maik Richter sollte eigentlich für Fragen der Energieeinsparung in der Gemeinde zuständig sein. Sein Name fiel immer dann, wenn es um den Energiemanager ging. Doch Richter, so die Aussage von Bauhof-Chef Heiko Kühn, habe nur sehr eingeschränkt Zeit, sich um Energiefragen zu kümmern. "Dafür stehen in der Woche zwei Stunden zur Verfügung", machte Kühn deutlich.