Dicker, schwarzer Rauch, der schon kilometerweit zu sehen ist, steigt am Vormittag über Löhme auf. Zahlreiche Feuerwehrfahrzeuge aus der gesamten Region sind auf dem Weg in die Dorfstraße. Die Schläuche werden ausgerollt und angeschlossen. Die ersten Feuerwehrmänner, ausgerüstet mit Atemschutztechnik, machen sich an die Bekämpfung des Feuers. Etwas abseits steht Hans-Ulrich Peters. Der Landwirt muss mitansehen, wie das, was er sich in jahrelanger Arbeit aufgebaut hat, ein Opfer der Flammen wird.

Gebäude war total verraucht

Um 9.47 Uhr ging der erste Anruf in der Regionalleitstelle Nordost in Eberswalde ein – sie löste Großalarm aus. „Als wir eintrafen, war der vordere Teil der Anlage stark verraucht“ berichtet Einsatzleiter Rayk Miekley. Man habe zunächst nicht gewusst, wo die Flammen herkamen. Schließlich habe das Feuer auf weitere Bereiche übergegriffen. Insgesamt brannte die Anlage in einer Ausdehnung von 60 mal 30 Meter.
„Ein Problem war es, eine stabile Wasserversorgung herzustellen“, so Miekley weiter. Man habe deshalb einen Pendelverkehr einrichten müssen, um für den erforderlichen Wassernachschub zu sorgen. Die Zusammenarbeit habe aber gut geklappt, so der Stadtbrandmeister von Werneuchen.
Bürgermeister Frank Kulicke hatte die Rauchsäule gesehen und sich gleich auf den Weg nach Löhme gemacht. „Das ist schon ein trauriges Ereignis“, sagte er in einer ersten Reaktion. Die Wasserversorgung sah er genauso wie Miekley als problematisch an. „Die Wassermenge fehlt und der Druck ist zu niedrig“, so der Rathauschef. Die Landwirtschaftliche Verwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft (LVB) Seefeld unterstützte und schaffte mit Tankwagen das benötigte Wasser heran. Auch die Stadtwerke Werneuchen halfen. Mitarbeiter machten einen Hydranten an der Seefelder Bahnhofstraße zugängig.

Gerätewagen mit Atemschutztechnik kam aus Eberswalde

Kurz nach 12 Uhr trifft das Drehleiter-Fahrzeug der Feuerwehr Altlandsberg (Märkisch-Oderland) ein. Wenig später kann die Bekämpfung des Brandes auch aus der Höhe begonnen werden. Immer wieder schlagen Flammen aus dem Dach der Anlage, der schwarze Qualm zieht in Richtung Werneuchen. Erschöpfte Feuerwehrmänner nehmen einen Schluck aus der Wasserflasche. Ein Rettungswagen steht zur Sicherheit bereit.
An dem Einsatz sind Feuerwehren aus Werneuchen, Krummensee, Seefeld-Löhme, Weesow und Willmersdorf beteiligt. Sie werden unterstützt von der Feuerwehren Bernau und Altlandsberg. Die Feuerwehr Eberswalde schickte einen Gerätewagen mit Atemschutztechnik nach Löhme.
Die Dorfstraße ist zur Mittagsstunde gesperrt, ein Polizeiwagen steht quer auf der Fahrbahn. Uwe Scholz gibt Autofahrern Tipps, wie sie ihr Ziel erreichen können. „Ich habe die Sirenen gehört und erst an einen Unfall gedacht“, so der Löhmer Ortsvorsteher. Doch dann sah er die Rauchsäule und eilte zum Brandort. Gemeinsam mit anderen hat er die Versorgung der Einsatzkräfte organisiert. An einem Stand gibt es Bockwurst und Brötchen, Wasser und Säfte sind ebenfalls vorhanden. „Wir haben jetzt noch 60 Mittagessen in einer Gaststätte bestellt“, sagt Bürgermeister Kulicke. Schnitzel mit Brötchen soll es für die Männer und Frauen geben, die sich ihren Pfingstmontag sicher auch anders vorgestellt hatten.

Polizei hat Ermittlungen aufgenommen

Zur Brandursache und dem entstandenen Schaden lagen zunächst keine Angaben vor. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.
„Peter´s Landwirtschaft“ ist ein bäuerlicher Familienbetrieb, der Rinder, Schweine, Schafe sowie Hühner und Gänse hält. Auf den Äckern werden verschiedene ältere Kartoffelsorten gezüchtet. Besonders beliebt sind zum Weihnachtsfest die Barnimer Weide-Gänse.