Wir hätten in Führung, gehen können, hatten aber auch Glück mit dem Verlauf“, wirkt Klosterfeldes Trainer Jan Hübner etwas nachdenklich. „Spielerisch sind wir stärker, aber wir waren nicht zwingend genug. Es ist eine bittere Niederlage.“ Gegen Altlüdersdorf wären drei Punkte Pflicht gewesen, weiß auch Hübner. Nach einem Sieg in den ersten drei Spielen ist das Ergebnis ernüchternd, aber immer immer noch hoffnungsvoll. „Dass es nur drei Punkte sind ist zwar ärgerlich, aber wir können darauf aufbauen. In dieser Liga kann jeder jeden schlagen. Das gilt auch für uns“, so Hübner.

Favoritenrolle für Klosterfelde

Klosterfelde ging als Favorit ins Spiel, Altlüdersdorf interessierte das jedoch wenig. In der ersten Viertelstunde tasteten sich beide noch ab, ehe das Spiel langsam Fahrt aufnahm. Nach gut einer halben Stunde war Altlüdersdorf dann im Pech. Lukas Dembowsky köpft über das Tor, die Union-Abwehr sah ziemlich alt aus. Kurz vor dem Halbzeitpfiff drehte Klosterfelde plötzlich auf. Balla Keita hatte zweimal ein Tor auf den Füssen. Erst scheiterte er nach einem sehenswerten Solo am starken Altlüdersdorfer Keeper Peer-David Schiemann, zwei Minuten später schoss er knapp über das Tor. Dazwischen hatte auch Tobias Marz die Führung auf dem Fuß.

Doppelschlag für Altlüdersdorf

Auch nach dem Seitenwechsel drückte Klosterfelde. Felix Klaka köpfte nach einer Ecke an die Latte. In der Folge ließ Union nach, Altlüdersorf kam immer besser ins Spiel und setzte den Gastgeber mit schnellen Kontern unter Druck. Die Führung folgte aber nach einer Standarsituation. Nach einem Freistoß in der 50. Minute netzte Kelvin Adomah ein. an Konrad Cudny legte fünf Minuten später nach zum 0:2.
Klosterfelde bestimmte danach das Spiel, allerdings ohne wirkliche Gefahr auszustrahlen. Altlüdersdorf wartete auf Konter, vergab aber mehrmals klare Möglichkeiten. Tobias Marz gelang in der 81. Minute zwar der Anschlusstreffer, doch Altlüdersdorf ließ sich davon nicht mehr aus der Ruhe bringen und brachte das Ergebnis bis zum Spielende durch.
In zwei Wochen wartet der 1. FC Frankfurt auf Klosterfelde. „Frankfurt ist natürlich ein Schwergewicht, sehr unangenehm zu spielen. Aber trotzdem wollen wir uns behaupten, ganz klar“, blickt Hübner optimistisch auf das Spiel gegen die favorisierten Grenzstädter.

Vorfreude auf Energie Cottbus

Der Fokus der Spieler liegt aber erstmal auf die kommende Pokalbegegnung bei Energie Cottbus, sagt Hübner voller Vorfreude auf den kommenden Sonnabend. „Wir freuen uns auf Cottbus. Klar, wir sind krasser Außenseiter, auf dem Papier sicher nicht auf Augenhöhe. Aber wir wollen einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Wir fahren da nicht hin, um uns hoffnungslos abschlachten zu lassen.“
Eigentlich hätte das Spiel in Klosterfelde ausgetragen werden sollen, der Verein hat das Heimrecht aber freiwillig abgetreten. In Cottbus werden 1 000 Fans erwartet, Energie kann die Vorgaben dafür, unter den jetzigen Umständen besser umsetzen, glaubt Jan Hübner. „Es ist besser, wir hätten diesen Aufwand in dem Maße gar nicht leisten können. Aber die Cottbusser haben versprochen, sich zu revanchieren und uns in nächster Zeit mal zu besuchen. Das ist ein guter Deal.“
Auch sportlich sieht sich Klosterfelde nicht im Nachteil, obwohl das Team etwas weiter reisen muss als gewöhnlich. „So weit ist es auch nicht. Mit dem Zug ist man schnell da und auch einige Anhänger werden mitreisen. Ich glaube, das wird ein schönes Erlebnis. Wann spielen wir denn mal vor 1 000 Leuten? Vor allem in solch einer verrückten Zeit.“

Aufstellungen:
Klosterfelde: Tietz – Bosharat, Dittrich (69. Camara), Kraatz (77. Butschkat), Marz – Woiton (64. Borchert) – Nowark, Klaka, M. Jechow, Yaman – Keita
Altlüdersdorf: Schiemann – Adomah, Marten, Dembowsky – Duelek, Altenburg – A. Riehl – Vulu, Voelkel, Zilahi  (68. Gül) – Cudny (73. Schonig)