Gegen 20.40 Uhr löste die Leitstelle NordOst in Eberswalde Alarm für die Freiwilligen Feuerwehren von Biesenthal, Rüdnitz, Tempelfelde und Bernau aus. Ein Mann, der nach eigener Aussage mit dem Rad auf der Landesstraße unterwegs war, hatte die brennenden Strohballen gemeldet. Er gab an, mehrere Jugendliche gesehen und fotografiert zu haben, die von der Brandstelle weggelaufen seien. Bei Eintreffen von Feuerwehr und Polizei war der vermeintliche Zeuge vor Ort allerdings nicht mehr auffindbar.
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60 Feuerwehrleute und vier Tanklöschzüge

Riesige Rauchwolken überzogen Rüdnitz. Der Brandgeruch war bis in Richtung Lobetal wahrnehmbar. Etwa 60 Feuerwehrleute waren im Einsatz, um die Feuer zu löschen. Vier Tanklöschzüge mit einem Fassungsvermögen von je 4000 Liter Wasser pendelten zwischen  der Wasserentnahmestelle an der Danewitzer Straße und dem Brandort hin und her. Allein in den ersten zwei Stunden des Einsatzes, so schätzte der Biesenthaler Ortswehrführer und Einsatzleiter Thomas Brodde, waren rund 60 000 Liter Trinkwasser verbraucht worden. Zu diesem Zeitpunkt war bereits klar, dass der Löscheinsatz noch mehrere Stunden dauern würde.
Weil das Feuer in der Strohmiete immer wieder aufflackerte, kam gegen 23 Uhr ein Radlader der Technischen Dienste Biesenthal zum Einsatz, der die Miete auseinanderzog. "Je weiter der Haufen auseinandergezogen werden kann, desto schneller kann abgelöscht werden", erklärte Einsatzleiter Brodde. Genügend Platz, um die brennenden Ballen einzeln abzulegen, war auf dem abgeernteten Feld, das einem Landwirt aus Tempelfelde gehören soll, vorhanden.

Schaden der verbrannten Strohmieten trägt ein Reiterhof

Bis zum frühen Morgen dauerte der Einsatz. Glücklicherweise sei niemand verletzt worden. Mit den Löscharbeiten war der Einsatz aber noch lange nicht beendet. Die Feuerwehren mussten ihre Einsatzbereitschaft wieder herstellen. Das war etwa gegen 6 Uhr der Fall. Gegen 7 Uhr war für viele dann der endgültige Abschluss erreicht. Der Großeinsatz aber war unabdingbar, wie Roman Wieloch sagt. Der Brandherd lag dicht am Waldrand, ein Übergreifen musste unbedingt verhindert werden. Weitere Pflegearbeiten an den Fahrzeugen wurden auf den Abend terminiert. Den Schaden der verbrannten Strohmieten hat ein Reiterhof zu tragen.
Unglaublich, aber wahr: Nach dem stundenlangen Nachteinsatz musste ein Teil der ehrenamtlichen Kräfte wieder zur Arbeit. „Wir versuchen das beim Einsatz zu berücksichtigen“, sagt Roman Wieloch, der allen Einsatzkräften für ihr Riesenengagement große Anerkennung zollte. Manche Kameraden kamen im Laufe der Löscharbeiten von der Spätschicht dazu. „Erfreulicherweise sind unsere Kameraden und Kameradinnen und auch einige Arbeitgeber so flexibel, dass sie die Arbeit später nachholen können und sie nicht sofort wieder losmüssen“, sagt er. In Dienstleistungsberufen wie in der Pflege sei dies aber nicht immer möglich. In anderen Fällen müssten Kinder zur Kita oder Schule gebracht werden und der Partner zu Arbeit.
Anfang dieses Jahres gab es schon einmal eine Brandserie, die sich gegen landwirtschaftliche Betriebe richtete. Gleich dreimal trieben Brandstifter bei der Schorfheider Agrar GmbH ihr Unwesen. Erst brannten Strohballen auf einem Feld, dann alte ausrangierte Anhänger auf dem Gelände der Agrar GmbH in Stolzenhagen. Schließlich setzten Unbekannte in der Nacht vom 31. Januar zum 1. Februar auf einer Koppel des Betriebes in Zerpenschleuse an zwei Stellen Strohmieten in Brand, darunter auch 50 Meter von einem Blech-Unterstand entfernt, in dem sich acht Kühe befanden. Ein weiteres, mutwillig gelegtes Feuer gab es damals bei einem Bauern in Wandlitz und den Versuch einer Brandstiftung auf dem Gelände einer Gartenbaufirma in Zerpenschleuse.
Feuerteufel stecken Strohmiete bei Rüdnitz in Brand

Bildergalerie Feuerteufel stecken Strohmiete bei Rüdnitz in Brand

Ein weiterer Brand in der selben Nacht

Parallel zu dem Brand auf dem Feld in Rüdnitz am Dienstagabend wurde ein weiteres Feuer an der Grenze zwischen Rüdnitz und Lobetal gemeldet. Im Dickicht eines Waldstücks am Hellmühler Weg züngelten Flammen am Waldboden. Auch hier gehen Feuerwehr und Polizei von Brandstiftung aus. Das Feuer reiht sich ein in eine Serie von Brandstiftungen, die seit Anfang des Jahres für das Waldgebiet im Bereich von Ladeburg und Lobetal registriert werden. Erst am Sonnabendmittag hatte es bei Ladeburg in einem Waldstück am Schmetzdorfer Weg ein Feuer gegeben.
Am Dienstagabend stand auch aus bisher ungeklärter Ursache eine Garage in der Schönholzer Straße in Finow in Flammen, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Der Schaden lässt sich noch nicht einschätzen. Mit Ausnahme des Feuers in einer Tischlerei und des Brandes einer kleinen Lagerstätte für ausrangierte Reifen handelt es sich bei den Bränden in Lobetal/Ladeburg überwiegend um kleinere Brände, die schnell entdeckt wurden.
Ein weiterer Brand ereignete sich am Mittwochnachmittag: Das nächste Feuer bei Lobetal