Auf die für Grundschüler unübersichtliche und damit nicht ungefährliche Situation in der Wesendahler Straße hatte Jürgen Voigt in der Einwohnerfragestunde der jüngsten Stadtverordnetenversammlung noch einmal aufmerksam gemacht. Er meinte, dass die zurzeit vorgesehene Straßeneinengung nahe der Robinienstraße nicht zu mehr Sicherheit beitragen würde und plädierte stattdessen für einen Zebrastreifen.
Einen solchen habe die Stadt, so Bürgermeister Burkhard Horn, allerdings bereits zweimal bei der zuständigen Straßenverkehrsbehörde des Landkreises Barnim beantragt: "Und zweimal kam eine Ablehnung." Begründet worden sei diese unter anderem damit, dass die Wesendahler Straße und angrenzende Bereiche in einer Tempo-30-Zone liegen. Das bestätigte Tony Fuhrmann von der Straßenverkehrsbehörde.
In der Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung heißt es zudem: "Fußgängerüberwege sollten in der Regel nur angelegt werden, wenn es erforderlich ist, dem Fußgänger Vorrang zu geben, weil er sonst nicht sicher über die Straße kommt. Dies ist jedoch nur dann der Fall, wenn es die Fahrzeugstärke zulässt und es das Fußgängeraufkommen nötig macht."
Letzteres, so der Bürgermeister weiter, könne für die Wesendahler Straße aber nicht nachgewiesen werden. Dennoch habe sich der Bauausschuss nach neuerlichen Elternhinweisen im vergangenen Jahr immer wieder mit dem Thema Schulwegsicherheit in dem Bereich befasst und zuletzt den Vorschlag der Polizei befürwortet. Dieser sieht eine Einengung nahe der Robinienstraße vor.
Für diese Maßnahme seien im Haushalt 2013, der auf der nächsten Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag beschlossen werden soll, auch schon 26 000 Euro eingeplant, so Burkhard Horn weiter. Schließlich müsste auf beiden Seiten der Gehweg angepasst bzw. abgesenkt werden. "Auf der einen Seite ist der Altbestand sehr brüchig", nennt er nur eine der Schwierigkeiten vor Ort. So bestehe auf der anderen Seite bereits eine Treppe, die von Fußgängern genutzt werden könne. An Fahrradfahrer müsse in dem Zusammenhang aber auch gedacht werden.
Wichtig sei, eine praktikable Lösung im Sinne der Kinder zu finden. "Sie sind aber nicht die Verursacher des Problems", macht der Bürgermeister deutlich, der selbst in der Nähe wohnt. So hat er beobachtet, dass es aufgrund des zeitlich versetzten Schulschlusses am Nachmittag weit ruhiger zugeht als morgens. Deshalb richtet sich sein Appell jetzt eher an die Kraftfahrer und insbesondere an jene Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen.
Leiterin Heike Hansch verweist zudem auf die längst aufgestellten Schilder "Vorsicht, Kinder". Dennoch habe das Thema Schulwegsicherheit auch auf der Elternkonferenz vor wenigen Tagen wieder eine Rolle gespielt. Gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit verschärfe sich das Problem. Und vor Ort zeigt die Böschung am Ende des Sperrzauns deutlich Spuren, wo die meisten der kleinen Fußgänger und Fahrradfahrer die Wesendahler Straße überqueren. Der Viertklässler Leon macht da keine Ausnahme. "Meine Freunde und ich wünschen sich einen sicheren Weg über die Straße", sagt er - egal, welche Lösung letztlich gefunden wird. Dass er diesen Weg dann auch nutzen würde, ist für ihn keine Frage. "So etwas lernen wir doch", meint er und freut sich schon auf die demnächst anstehende Fahrradprüfung.
Offen blieb derweil, wann genau sich der Bauausschuss noch einmal mit dem Thema Schulwegsicherheit in der Wesendahler Straße befassen wird. Der Vorsitzende Juri Geißler (SPD) war telefonisch nicht zu erreichen. Sein Stellvertreter Fred Engelke (UWW) hatte in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung zudem darauf hingewiesen, dass eine Sitzung des Ausschusses bereits ausgefallen sei. Aus SPD-Kreisen hieß es, dass man sich dazu erst fraktionsintern verständigen wolle. Geißler, der auch Fraktionsvorsitzender ist, sei zurzeit offenbar beruflich sehr eingespannt.