Im Immanuel Klinikum Bernau werden Stand 8. Dezember (Nachmittag) sieben Corona-Patienten behandelt, zwei von ihnen sind auf der Intensivstation, einer muss nicht-invasiv beatmet werden. Vier weitere Patienten befinden sich im eigens eingerichteten Covid-Zentrum. Sie weisen verdächtige Symptome wie Fieber oder Verlust des Geruchs- und Geschmackssinnes auf, haben aber bislang weder ein positives noch ein negatives Test-Ergebnis vorliegen.
Im Covid-Zentrum, in das Corona-Patienten und Corona-Verdachtsfälle aufgenommen werden, gibt es insgesamt zwölf Intensivplätze. „Dieser Bereich ist räumlich und in Bezug auf die Personalbesetzung abgetrennt vom übrigen Intensivbereich des Klinikums“, erklärt Jenny Jörgensen, Kommunikationsmanagerin bei der Immanuel Albertinen Diakonie.

19 Patienten im Immanuel Klinikum Bernau bisher mit oder an Corona gestorben

Seit März wurden 803 Patienten im Covid-Zentrum in Bernau aufgenommen, davon wurden 118 positiv auf Corona getestet. 19 Patienten sind bisher im Zusammenhang mit dem Coronavirus im Klinikum verstorben.
Bei den aktuellen Mitarbeiter-Testungen fanden sich keine Fälle mit einer Corona-Infektion. „Es gibt aber Mitarbeiter, die sich aufgrund von Kontakten oder Infektionen im privaten Bereich in häuslicher Quarantäne befinden“, erklärt Jenny Jörgensen.
Die Notaufnahme ist währenddessen regulär geöffnet. „Das Klinikum ist aber durch die Pandemie-Lage erheblich belastet“, so die Kommunikationsmanagerin. Entsprechend den Vorgaben des Gesundheitsministeriums in Potsdam wurde das aufschiebbare und nicht dringliche OP-Programm stark zurückgefahren. „Notfälle werden aber weiterhin behandelt. Auch die Geburtshilfe ist voll funktionsfähig“, so die Kommunikationsmanagerin.

Helios Klinik Berlin-Buch informiert täglich über Betten-Auslastung

„Die Zahl der Neuinfektionen allein ist noch nicht aussagekräftig darüber, ob unser Gesundheitssystem mit der Pandemie umgehen kann“, sagt Prof. Dr. Andreas Meier-Hellmann, Helios Geschäftsführer Medizin. „Entscheidend ist die Lage in den Kliniken“, ergänzt er. Um diese Informationslücke zu schließen, stellt das Unternehmen auf seiner Homepage für alle 89 Helios Kliniken in Deutschland täglich Zahlen zur Betten-Auslastung zur Verfügung.
Im Helios Klinikum Berlin-Buch werden laut den am 9. Dezember veröffentlichten Daten 796 Patienten auf der Normalstation behandelt, 30 davon sind nachweislich an Corona erkrankt. Auf der IMC- und der Intensivstation liegen 82 Patienten, 24 von ihnen sind mit Corona infiziert. IMC steht für „Intermediate Care“. Auf dieser Station werden Patienten behandelt, die nicht im eigentlichen Sinne intensivpflichtig, aber überwachungspflichtig sind.
„Das Helios Klinikum Berlin-Buch ist bei der pflegerischen und medizinischen Betreuung hoch infektiöser und intensivmedizinischer Patienten gut aufgestellt und unser Notfallzentrum ist geöffnet“, sagt Julia Talman, zuständig für Unternehmenskommunikation und Marketing in der Helios Verwaltung Ost. „Wir passen unsere Kapazitäten kontinuierlich an den jeweiligen Bedarf an“, fügt sie an.

Relativ viele Corona-Patienten landen auf der Intensivstation

Die Zahl der Gesamt-Patienten in der Helios Klinik Berlin-Buch schwankt seit dem 22. Oktober und dem 9. Dezember zwischen etwa 780 und 1000. Jedoch: An den meisten Tagen in diesem Zeitraum wurden ein Jahr zuvor mehr Patienten behandelt. Ist das richtig? Julia Talman bestätigt das. „Aufgrund der Pandemie sind die Fallzahlen durchschnittlich geringer als im Vorjahr“, sagt sie. Eine Erklärung dafür liefert sie nicht. Es könnte jedoch so sein, wie von Jenny Jörgensen beschrieben: Nicht unbedingt notwendige Operationen werden verschoben.
Was aus den veröffentlichten Daten der Klinik in Buch ebenfalls hervorgeht: Die Zahl der Corona-Patienten ist seit dem 22. Oktober von rund zehn auf inzwischen 54 gestiegen. Und: Ein relativ großer Teil der Corona-Patienten landet auf der IMC- beziehungsweise der Intensivstation.

Brandenburgklinik Berlin-Brandenburg entlastet Krankenhäuser der Region

Nachfrage bei der Brandenburg-klinik Berlin-Brandenburg in Bernau. „Wir behandeln in der Rehabilitationsklinik keine Covid-19-Patienten. Dies obliegt den gesondert dafür ausgewiesenen Akutkliniken“, informiert Christin Iffert, zuständig für Social Media bei den Michels Kliniken. Geschäftsführer Kai-Uwe Michels erklärt: „Durch das Reha-Angebot schaffen wir es bereits jetzt, Akuthäuser der Region Berlin-Brandenburg zu entlasten, indem wir eine rasche Übernahme der Patienten gewährleisten.“
Aufgrund einer aktuellen Anfrage des Gesundheitsministeriums wird derzeit im Unternehmen ermittelt, wie viele Betten in der Rehaklinik für Patienten zur Verfügung gestellt werden können, die üblicherweise zuerst im Krankenhaus behandelt werden müssten und nicht oder noch nicht für die Rehabilitation vorgesehen sind.
Bleibt die Frage: Was passiert dann mit Reha-Patienten, denen aufgrund dieser Maßnahme abgesagt werden muss? „Grundsätzlich müssen wir so, wie auch schon in den vergangenen Monaten, an einem Strang ziehen, um gemeinsam diese Krise zu meistern und die Gesundheit aller in den Vordergrund rücken“, so Kai-Uwe Michels.