Um sich ein aktuelles Bild von der Lage der Gewerbetreibenden zu verschaffen, hat Bernaus Bürgermeister André Stahl (Die Linke) kürzlich Vertreterinnen und Vertreter der lokalen Wirtschaft zum Gespräch ins Neue Rathaus eingeladen. Gut ein Dutzend Bernauer Unternehmer der unterschiedlichsten Branchen vom Friseurgewerbe, über Gastronomie- und Eventgewerbe, Einzelhandel, aus dem sozialen Bereich sowie Vertreter des Barnimer Mittelstandshauses und des Vereins Stadtmitte folgten der Einladung.

Unternehmer von Existenzsorgen geplagt

Während des Gesprächs baten die Gewerbetreibenden den Bürgermeister eindringlich um Hilfe. Sie alle einen Existenzsorgen, Probleme mit den staatlichen Hilfsangeboten und vor allem eine fehlende Perspektive des Landes, die Wirtschaft strategisch wieder hochzufahren.
„Die Situation der Unternehmen macht mir große Sorgen. Die branchenübergreifende Verzweiflung wurde sehr deutlich“, so Stahl im Anschluss. Es sei von zu spät kommenden oder gar nicht greifenden Hilfspaketen, zunehmenden Existenzängsten und vor allem von fehlenden Perspektiven berichtet worden. Stahl sicherte den Unternehmern seine Unterstützung zu und versprach, sich mit einem Appell an die Landesregierung zu wenden.

Gewerbetreibende brauchen eine Perspektive

In einem Brief an den Ministerpräsidenten will Bernaus Bürgermeister neben den vorgebrachten Sorgen zum Ausdruck bringen, dass die Unternehmen mit der nächsten Eindämmungsverordnung ein Regelwerk erwarten, dass eindeutig Rechte und Pflichten benennt und vor allem eine Perspektive bietet. „Die Unternehmen brauchen Planbarkeit. Sie brauchen einen Maßnahmeplan, der aufzeigt, was wann gilt und wann mit Schritten in Richtung Öffnung unter welchen Bedingungen zu rechnen ist“, so Stahl. „Die Unternehmen brauchen dringend einen Fahrplan zurück in dieNormalität. Die wochenweisen wagen Vorausschauen belasten und verstärken die Unsicherheit.“
Bernaus Bürgermeister nimmt die Sorgen sehr ernst. „Wir werden als Stadt natürlich versuchen zu helfen wo wir können, wohlwissend, dass der Handlungsspielraum für Kommunen sehr gering ist. Wir werden umgehend die genauen Probleme übermitteln und um zielgenauere Hilfen bitten.“