Bilanz und Ausblick bei der WITO – das war das Thema des ersten „Biesenthaler Gesprächs“ 2011 am Freitagabend. Als Gast konnte die Linken-Fraktion im Kreistag Barnim den Geschäftsführer des Unternehmens, Rüdiger Thunemann, begrüßen.
Es habe oft heftige Diskussionen um die WITO gegeben, so Moderator Lutz Kupitz in seinen einleitenden Worten. Er hoffe deshalb, dass der Abend etwas dazu beitragen könne, zu klären, was die GmbH leiste und wo die Grenzen ihrer Arbeit liegen. Aufklärung sei nötig, hieß es.
Bevor die knapp 30 anwesenden Zuhörer in die Diskussion einstiegen, gab Geschäftsführer Thunemann zunächst einen Überblick zur Tätigkeit des „Lobbyisten für den Barnim“. Er stellte die verschiedenen Bereiche wie die Wirtschaftsförderung, die Investorenansiedlung und die Existenzgründerberatung vor, erwähnte die Suche-Biete-Börse und verwies auf die 2010er-Bilanz. Sie weist fünf Unternehmen aus, die rund 
35 Millionen Euro im Landkreis investiert haben, 135 Arbeitsplätze wurden geschaffen, 
150 Firmen vom WITO-Team betreut. „Wir sind 24 Stunden am Tag erreichbar, das ist ein großer Vorteil“, so Thunemann. Und er nannte eine weitere Zahl: Rund sechs Millionen Euro an Steuern aus der Tourismusbranche fließen jährlich in die Kassen der Barnimer Kommunen.
Wie dann die Zusammenarbeit mit Bernau sei, wollte anschließend eine Stadtverordnete wissen. „Sehr gut, erfolgreich, unkompliziert“, antwortete Thunemann. Für ihn sei es immer noch ein Traum, wenn sich Motor Weber in der Hussitenstadt ansiedelt. „An uns liegt es nicht“, so der WITO-Geschäftsführer.
Die Wandlitzer Gemeindevertreterin Claudia Schmid-Rathjen wollte es dann doch etwas kritischer und versuchte, die „Schwachstellen“ zu hinterfragen. Mit zunächst wenig Erfolg. WITO-Chef Thunemann verwies lediglich darauf, dass sein Unternehmen, vornehmlich im touristischen Bereich, lediglich eine koordinierenden Funktion hat. „Die inhaltliche Arbeit, etwa, wenn es um die Bau von Radwegen geht, müssen die Kommunen machen“, betonte er.
Daraufhin meldete sich Lutz Kupitz zu Wort. „Der Blick auf den Barnim ist in vielen Gemeinden eingeschränkt“, stellte der Linken-Kreistagsabgeordnete fest. Wenn man von der WITO mehr wolle, müsse man auch mehr Geld geben. Das Potenzial sei dort durchaus vorhanden.
„Wie sieht es mit der Finanzierung der Tourismus-Informationsstellen aus, wenn die Förderung 2014 ausläuft“, fragte Kerstin Berbig aus Wandlitz. Man könne „mit Rat und Tat helfen“, aber nicht mit Geld, so Thunemann. Die Mittelverteilung erfolge im politischen Raum, also im Kreistag. Um alle sogenannten I-Punkte ordentlich betreiben zu können, seien jährlich rund 
380 000 Euro erforderlich. Eines ist aber auch für Thunemann klar: „Wir können sie nicht einfach zumachen“.
Andreas Scharschmidt, Vorsitzender des Tourismusvereins Naturpark Barnim und Chef der Tourismusgemeinschaft Barnimer Land sieht in dieser Frage vor allem die Kommunen in der Pflicht. „Wenn die Informationsstellen nicht finanziert werden, bleibt nur, sie zu schließen“, so seine Auffassung. Scharschmidt gab sich aber auch leicht optimistisch. Noch sei etwas Zeit, um vernünftige Lösungen zu finden, meinte der Vereinsvorsitzende.
Auch die Wasserinitiative Nordost (WIN) war ein Thema bei den „Biesenthaler Gesprächen“. Würde es Sinn machen, wenn die WITO mehr in das Projekt eingebunden wäre, erkundigte sich abermals Claudia Schmid-Rathjen, die auch Kreistagsabgeordnete ist. Geschäftsführer Thunemann konnte darauf nur erklären, dass sich ein Projektteam in der Kreisverwaltung mit dem ehrgeizige Vorhaben beschäftigt. Insofern habe man mit WIN nichts zu tun. Der Wirtschaftsförderer ließ aber durchblicken, dass es nicht schade, wenn die WITO sich dort auch um das Marketing kümmern könnte.
Nach gut anderthalbstündiger Debatte zog Lutz Kupitz schließlich ein positives Fazit. „Wir sind am Beginn einer Diskussion“, stellte er fest. Sein Wunsch sei es, dass sich Städte und Gemeinden in naher Zukunft darüber verständigen, was sie eigentlich von und mit der WITO wollen. „Da müssen wir zu einem Konzept kommen“, so Kupitz.
Dem Team um Rüdiger Thunemann zollte er abschließend ein dickes Lob. In den vergangenen zwei Jahren habe sich die Außenwirkung der Gesellschaft deutlich verbessert, ließ der Kreistagsabgeordnete wissen.