Der Verein erhält bislang für die Aufrechterhaltung des Spielbetriebs jährlich von der Stadt eine Zuwendung in Höhe von 50000 Euro. Mit dem vorzeitig besiegelten Aufstieg in die zweite Bundesliga ProB kommen auf den Verein höhere Kosten zu als bislang in der Regionalliga Nord. Diese werden vor allem mit den künftig weiteren Fahrwegen sowie durch einen zusätzlichen Trainingstag pro Woche begründet. Der Verein hat daher bei der Stadt einen Antrag auf eine zusätzliche Zuwendung von 20000 Euro gestellt.
Die Einnahmen des Vereins finanzieren sich neben der städtischen Zuwendung hauptsächlich aus Sponsoren- und Eintrittsgeldern, bestätigt die Stadtverwaltung. Dies seien jedoch "variable Positionen", die sich nicht als Grundlage für den Wirtschaftlichkeitsnachweis - eine weitere Voraussetzung für den Erhalt der Lizenz zur zweiten Liga - eignen.
"Leistungssport ist kein öffentlicher Zweck", hielt Thomas Dyhr von den Bündnisgrünen fest, als es jetzt um die Bewilligung des Antrags ging. In der Beschlussvorlage sei lediglich von der ersten Männermannschaft der Basketballer die Rede. Leistungssport, sagte er, sollte besser über Sponsoren gefördert werden. Dem schloss sich Klaus Labod, ebenfalls Bündnisgrüne, an. Die Stadt sollte keine öffentlichen Gelder einsetzen. Dies sei den Bürgern gegenüber nicht zu rechtfertigen, die Förderung des Sport sollte lieber auf "sauberem Wege" geschehen.
Andere Stadtverordnete nahmen das Anliegen, aber auch die Formulierungen mit Empörung auf. Bei der Förderung gehe es nicht nur um die erste Herrenmannschaft. Die Kosten würden die Situation des mehr als 500 Mitglieder zählenden Vereins verändern, sagte Dagmar Enkelmann (Linke). Lok Bernau sei zudem der zuschauerstärkste Verein in der Stadt.
Als Vorsitzender des Sportausschusses wies Dominik Rabe (Linke) den Vorwurf, die Unterstützung durch die Zuwendung der Stadt sei kein sauberer Weg, entschieden zurück.
Es gebe keinen transparenteren Weg als den öffentlichen Beschluss durch die Stadtverordnetenversammlung, unterstrich Bürgermeister André Stahl (Linke). Wenn kommunale Gesellschaften einen Verein unterstützen - ein Modell, das in der Stadtverordnetenversammlung angesprochen wurde -, sei es ungleich schwerer, Transparenz zu wahren. Es sei schwierig zu begründen, weshalb ein bestimmtes städtisches Unternehmen einen Sportverein unterstütze und in welcher Höhe dies zu geschehen habe. Bei anderen Variante der Förderung müsse also nach Wegen der Transparenz gesucht werden. Die Stadt wolle aber versuchen, hierfür ein Modell zu entwickeln.
Auf die Feststellung von Klaus Labod, die Stadt dürfe nur öffentliche Aufgaben finanzieren, nicht aber private Vereine, reagierte Othmar Nickel (CDU) mit der kurzen Entgegnung: "Seit wann ist denn der Sport nicht öffentlich?". Und Horst Werner (Bündnis für Bernau) wies darauf hin, dass Lok Bernau seit Jahrzehnten ein Imageträger Bernaus sei und "eigentlich ins Stadtwappen gehört". Wenn die Stadt den Sport nicht fördern dürfe, könnten dafür auch nicht die städtischen Gesellschaften einspringen, äußerte Adelheid Reimann (SPD) ihr Unverständnis gegenüber dem bündnisgrünen Anliegen.
Die Stadtverordneten stimmten der zusätzlichen Förderung zu. In den Folgejahren soll sie nur dann aufrecht erhalten werden, wenn der Verein in der zweiten Bundesliga besteht.