Dass in Birkenhöhe rund 75 Kinder und Jugendliche im Alter von null bis 18 Jahren wohnen, nimmt kaum jemand wahr. Sie fallen in dem Bernauer Ortsteil nicht auf. Doch das soll sich ändern, sagt Heidi Scheidt, die Ortsvorsteherin des Bernauer Ortsteils mit mehr als 550 Einwohnern - Tendenz steigend. Denn auf dem baumbestandenen Eckgrundstück von Eschen- und Akazienstraße wird im kommenden Jahr ein Dorfgemeinschaftshaus samt Waldspielplatz errichtet. In dieser Kombination soll die kommunale Fläche zu einem viel genutzten lebendigen Treffpunkt für alle Birkenhöher jeden Alters werden.
Das Vorhaben wird schon mit langem Atem verfolgt. 2015 hatte die Ortsvorsteherin einen ersten Antrag für einen Spielplatz gestellt. In Birkenhöhe gab es keinen, die damals erarbeitete Spielplatz-Leitplanung sieht für den Ortsteil jedoch einen Waldspielplatz vor. Dieser erste Antrag mündete in der Suche nach einem geeigneten Grundstück, das 2017 auch gefunden wurde: ein verpachtetes Grundstück mit zwei alten Bungalows, das nicht mehr genutzt wurde.

Geduld gefragt

Von der Pächterseite bestand die Bereitschaft, die Flächen aufzugeben, dennoch dauerte es noch, bis die Kündigung von der Stadt erfolgt war, sagt Heidi Scheidt. Immerhin aber wurde noch im gleichen Jahr ein Sachantrag des Ortsbeirates beschlossen, demzufolge der Erwerb von fünf Spielgeräten für 35.000 Euro abgesichert wurde und darüber hinaus der Platz für ein Dorfgemeinschaftshaus vorzubereiten sei. Ein wesentliches Ziel wurde erreicht, als die Stadtverordnetenversammlung für das Dorfgemeinschaftshaus und den Spielplatz 250.000 Euro beschloss. Um wechselseitige Beeinträchtigungen zu vermeiden, sollen die beiden Vorhaben parallel realisiert werden,, und zwar im kommenden Jahr.
Die Entwurfsplanung liegt bereits vor und wurde jetzt - der Schwerpunkt lag auf der Präsentation der Spielplatzplanung - am Ort des künftigen Geschehens vorgestellt. Dass mehr als 20 Eltern und vielleicht 30 Kinder im Alter von ein bis elf Jahren kamen, ist für Heidi Scheidt ein Zeichen, wie groß das Interesse an dem künftigen Waldspielplatz ist.

Standfest Bäume

Denn ein solcher soll es werden. Das heißt, die Bäume auf dem Grundstück bleiben erhalten, die Spielgeräte werden teilweise um sie herum gebaut. Untersuchungen hätten die Standfestigkeit der Bäume attestiert, lediglich Büsche und Strauchwerk müssen noch einmal durchgesehen werden.
Ein Prinzip des neuen Birkenhöher Ortsteilzentrum ist es, dass zwischen dem Gemeinschaftshaus und dem Waldspielplatz keine Trennung, etwa durch einen Zaun, verlaufen soll und so die Anlage tatsächlich von allen Altersgruppen gemeinschaftlich erlebt werden kann, erläutert Heidi Scheidt. Dass auch Kinder zu der Vorstellung der Spielplatzpläne kamen, machte sich positiv bemerkbar: Sie erkundigten sich nach Stellplätzen für ihre Fahrräder, denn viele sind in Birkenhöhe mit dem Rad unterwegs. Der Standort soll jetzt nachgetragen werden.
Die beiden alten Bungalows werden abgerissen, ein gut erhaltener Schuppen bleibt zur Unterbringung von Spielgerät aber stehen. Der Gemeinschaftshaus wird auf der westlichen Seite des Grundstücke entstehen, der Waldspielplatz befindet sich zwischen dem Gebäude und der Akazienstraße sowie hinter dem Gemeinschaftshaus. Der ruhige Bereich liegt zu den Nachbargrundstücken hin. An der Eschenstraße entstehen fünf Pkw-Stellplätze und ein Behindertenparkplatz.

Fitness für jedes Alter

Zwei Fitnessgeräte für jedes Alter wurden bereits über denn Bürgerhaushalt im vergangenen Jahr finanziert. Ein überdachter Pavillon für den Spielplatz steht im aktuellen Bürgerhaushalt an. Dazu wird eine ehemalige Telefonzelle als Kinderbücherstube aufgestellt.
Im Bereich einer geschwungenen Sandfläche wird ein Balancierparcours um die Bäume herum angelegt, die Aufstellung eines Bodentrampolins geht wiederum auf eine Kinderidee zurück. Ein kleiner Bolzplatz mit zusätzlichem Basketballkorb kann auch als Tanzfläche für Veranstaltungen genutzt werden. Auch wird ein Wasserspiel mit Pumpe, von Eltern mitunter auch gern als Modderecke bezeichnet, entstehen. Ein Reckparcours, eine Sprossenwand mit Kletternetz, eine Schaukel, eine Rutsche und eine bei Eltern und Kindern hoch geschätzte Tischtennisplatte kommen hinzu.
Auch das Dorfgemeinschaftshaus soll dem Thema Wald entsprechen. Es gleicht dem Gebäude in Birkholzaue, bekommt aber eine Holzbeplankung. Der Büroraum soll etwas kleiner ausfallen, dafür könnte beispielsweise für die Garderobe etwas mehr Platz zur Verfügung stehen. Nicht zuletzt stehen dort auch die Sanitäranlagen zur Verfügung, die von den Besuchern des Waldspielplatzes genutzt werden können.