Dass das neue Autobahnbauwerk von den Anwohner weitgehend akzeptiert werde, nahm Vogelsänger am Ende der Informationsveranstaltung in der Grundschule Schwanebeck als Eindruck mit nach Potsdam. Das Atrium der Schule war ausgesprochen gut besucht. Die Nachfragen zu dem 44-Millionen-Euro-Projekt mit neun Brücken bezogen sich hauptsächlich auf den Lärmschutz. Für Neu-Schwanebeck wird es einen sechs bis sieben Meter hohen Lärmschutzwall geben und für betroffene Anwohner in Birkholz und Neu-Lindenberg werde passiver Lärmschutz – das können entsprechende Fenster sein – finanziert. Außerdem ist ein lärmmindernder Straßenbelag vorgesehen.
Wie berichtet (siehe MOZ vom 8. Dezember 2010), wird mit dem Ausbau die Autobahnanschlussstelle Berlin-Weißensee in das neu entstehende Autobahnkreuz integriert. Dafür wird die B 2 südlich des Dreiecks verschwenkt und als vierspuriger Zubringer (B 2 neu) direkt mit dem Knotenpunkt verbunden. Die Verbindung nach Schwanebeck bleibt erhalten und ist über eine Abbiegespur zu erreichen. Die derzeit vierspurige Autobahnbrücke der Anschlussstelle Weißensee wird allerdings durch eine zweispurige ersetzt. Der Anschluss entfällt. Dass der abbiegende Verkehr von und nach Schwanebeck südlich des Berliner Rings mit einer Ampel und relativ kurzen Abbiegespuren geregelt wird, trifft in Panketal auf Kritik. Befürchtet werden aufgrund vielen Pendler Staus und lange Wartezeiten.
Entschieden, wenn auch nach wie vor ein Streitpunkt, ist der Name des neuen Knotenpunkts. Vogelsänger stellte klar, dass er den Empfehlungen des Bundes gefolgt sei und sich – wie zuvor der Kreistag – für „Autobahnkreuz Barnim“ entschieden habe. Lediglich die Genehmigung des Bundes stehe noch aus. Dieser wolle mit regionalen Namensbezügen Autofahrern die Orientierung erleichtern – wie etwa beim Dreieck Havelland oder Kreuz Uckermark. So würde er selbst auch ein „Dreieck Oberhavel“ besser finden als ein „Dreieck Oranienburg“.
Neben dem Umbau des Dreiecks Schwanebeck sind gegenwärtig noch zwei weitere Projekte für den nördlichen Berliner Ring in der Diskussion. Eines weckt bei Anwohnern Sorgen und Befürchtungen, das zweite die Hoffnung auf weniger Verkehr. Beide haben allerdings nichts mit der bereits abgeschlossenen Planung für den Ausbau des Dreiecks zu tun.
So ist der Bau einer Rastanlage im Zuge des sechsspurigen Ausbaus des Berliner Rings in Richtung Oberkrämer vorgesehen, und zwar in unmittelbare Nähe des Schwanebecker Wohngebiets Neu-Buch. Zwar ist auch dort an der Autobahn ein sechs Meter hoher Lärmschutz vorgesehen. Doch da die Rastanlage selbst teilweise nur mit drei Meter hohen Wänden ausgestattet wird, befürchtet die örtliche Bürgerinitiative Lärmbelastungen und darüber hinaus Luftverschmutzungen. „Wenn im Winter 15 Lkw ihren Diesel laufen lassen, damit es in der Kabine warm ist, ist das in unserem Wohngebiet nicht mehr auszuhalten“, klagte eine Anwohnerin.
Hans-Reinhard Reuter, Leiter des Brandenburgischen Landesbetriebs für Straßenwesen, verwies darauf, dass das Planfeststellungsverfahren hierfür noch nicht abgeschlossen sei. Die Termine für die Erörterung der eingegangenen Einwände von öffentlichen Trägern und Anwohnern seien im Sommer und Herbst. Die Entscheidung sei in einem Jahr zu erwarten. Panketals Bürgermeister Rainer Fornell (SPD) und der Verkehrsplaner Axel Rackow wiesen gleichwohl auf die Möglichkeiten hin, den Standort der Rastanlage zu verlagern. „Das neue Dreieck gibt das zum Vorteil für die Bürger her“, so Rackow. Die Möglichkeiten werden aber auch eingeschränkt. Da Berlin seine Planung bereits abgeschlossen hat, entfällt selbst ein geeigneter Standort auf Berliner Terrain. Fornell kritisierte denn auch die Verteilung auf verschiedene Planfeststellungsverfahren. Sowohl Rackow als auch Fornell appellierten jedoch an den Minister, sich für eine Anschlussstelle Berlin-Buch einzusetzen. Da die Anschlussstelle Weißensee entfällt, werde für die dringende Entlastung Panketals die Anschlussstelle immer wichtiger.
Vogelsänger sagte zu, den Wunsch für seine Berliner Amtskollegin mitzunehmen. Auch andere Bedenken, die vorgebracht wurden, sollen geprüft werden.
Wenig Hoffnung machte er allerdings– aufgrund fehlender Gelder – Christel Zillmann, die für die Initiative für den Bau eines Radwegs von Schwanebeck nach Bernau Unterschriften überreichte. Es sind jetzt 3288.