Offen zu Tage trat der Konflikt im Zusammenhang mit der am 10. Juli stattgefundenen Vorstandswahl im AfD-Ortsverband Bernau, bei der Veronika U., eine ehemalige DVU-Stadtverordnete als Beisitzerin gewählt wurde. Sowohl der neue Bernauer Vorsitzende Jürgen Schaaf als auch Marcel Donsch hatten in der Öffentlichkeit deren Aufnahme in die AfD verteidigt, obwohl die DVU, die später in der NPD aufging, wie diese auf der Unvereinbarkeitsliste der Bundespartei für eine Mitgliedschaft in der AfD steht.

Gemäßigte in der AfD machen mobil

In einem Schreiben an den Vorsitzenden des Kreistages Barnim forderte jetzt AfD-Fraktionsvorsitzender Kulack der abgespalte­nen Fraktion "AfD – Die Konservativen", die unter Führung des Panketalers Donsch steht, zu untersagen, ihre Fraktion weiterhin "AfD – Die Konservativen" zu nennen. Für die originäre AfD-Fraktion sei es "nicht mehr hinnehmbar, das Risiko zu tragen, mit dieser Drei-Mann-Fraktion (...) verwechselt oder als irgendwie verbunden zu werden". Außerdem verweist Kulack explizit darauf, dass sich der Vorsitzende der Drei-Mann-Fraktion, Marcel Donsch, in einem Fernsehbeitrag am 22. Juli "nunmehr offen zu seiner rechtsextremen Gesinnung bekannt" habe, indem er sich offen gegen die vom AfD-Bundesvorstand beschlossene Unvereinbarkeitsliste gestellt und diese attackiert habe.
Parallel dazu schloss die AfD-Stadtfraktion Bernau unter Vorsitz von Hans-Peter Kulack ihr Mitglied Jürgen Schaaf, der wie Donsch Befürworter der Wahl von Monika U. in den Ortsvorstand war, aus der Fraktion aus. Die Reaktion der "Konservativen" ließ nicht auf sich warten. Am 2. August teilte Kreisparteivorsitzender Jürgen Neumann den AfD-Mitgliedern in Bernau mit: "Nach den Ereignissen der letzten Zeit um und im Ortsverband Bernau (...) wird dieser in Abstimmung mit dem Landesvorstand mit sofortiger Wirkung aufgelöst", teilte dieser mit. Eine Begründung fehlte.