Seit einem Jahr dürfen sich die Mitglieder der Barnimer Selbsthilfegruppen nicht zusammenfinden. Monate ohne persönliches Treffen-, Isolation und Ängste, beschreibt Petra May von der Selbsthilfe-Kontaktstelle in Eberswalde. Das Telefon, Briefe und persönliche „Einergespräche“, so nennt die Bernauerin es, müssten die Zusammentreffen und den Austausch ersetzen.

Weiterbildung und neue Wege machen den Austausch möglich

So lernten die Betroffenen dazu, stiegen in Zoom-Konferenzen ein nahmen an Webinaren teil. Damit betrat auch Petra May Neuland, begrüßt aber jede Möglichkeit des Austausches.
„So zeitgemäß das auch ist“, gibt die engagierte Ehrenamtliche, die selbst Gruppen für Frauen nach Krebs aufgebaut hat, zu bedenken, „die beste Technik kann das Mit -und Füreinander keinesfalls ersetzen.“ Hilfsangebote würden vor allem kranken und älteren Menschen nutzen, die im Umgang mit Laptop und Tablet nicht geübt sind.

25 Jahre Selbsthilfe im Barnim ist ein Grund zum Jubeln

„Beflügelt von einer zwischen zwei Lockdowns durchgeführten schönen 25 Jahrfeier der Kontaktstelle haben wir in den letzten Wochen alles darangesetzt, unserem Auftrag – Hilfe zur Selbsthilfe - gerecht zu werden“, berichtet Petra May.
„Besonders die Gruppen, die ein Treffpunkt für Menschen mit psychischen Problemen oder Suchterkrankungen sind, stoßen mit den Kontaktbeschränkungen an ihre Grenzen und sehnen Präsenzveranstaltungen herbei.

Psychisch Erkrankte haben es in Corona-Zeiten besonders schwer

So auch die zwei Gruppen mit dem Schwerpunkt Angst und Depression ,welche sich in Coronazeiten in Werneuchen und in Eberswalde neu gegründet haben“, macht sie Werbung für die neuen Gruppen. Auch werde die Arbeit weiter geplant. Immer in der Hoffnung, dass Treffen wieder möglich sein werden.

Problemkreis Alkohol baut den Treffpunkt in Eberswalde um

„Da sind Fördermittel zu beantragen, Umstrukturierungen in den Leitungen vorzunehmen, Kontakte zu Arbeitspartnern wieder zu aktivieren“, erzählt die erfahrene Leiterin von Gruppen. Der Problemkreis Alkohol e.V. Eberswalde hat derweil die Zeit genutzt, den behindertengerechten Umbau des Treffpunkts zu planen und voranzubringen und somit die Nutzung dieser Räumlichkeiten durch andere Selbsthilfegruppen wie zum Beispiel „Multiple Sklerose“, zu ermöglichen.

Versorgung mit Impfstoffen ist für Kranke im Barnim besonders wichtig

„Weiterhin gibt es gemeinsame Überlegungen des Quartiersmanagements im Brandenburgischen Viertel und der Kontakt- und Beratungsstelle für Selbsthilfe. Flyer sind entstanden und warten auf die Verteilung. Alle schwerst -und chronisch Erkrankten unabhängig vom Alter hoffen auf ein baldiges Impfen mit Corona-Impfstoffen, um wieder am Leben teilnehmen zu können, betont Petra May.