"Das Personal ist Chefsache", brachte es Professor Jörn Mallok in seinem Einstiegsreferat auf den Punkt. Dass dies noch nicht immer und überall der Fall ist, belegte der Hochschullehrer sogleich mit einer Zahl. Nur 15 Prozent der Unternehmen betrieben eine systematische Personalentwicklung. Das Ziel müsse aber immer eine "passgenaue Besetzung" der Stellen sein, so Mallok. Nur dann würden die Mitarbeiter dem Unternehmen am meisten nutzen. Der Wissenschaftler plädierte auch dafür, eine nachhaltige Personalpolitik zu betreiben. Er nannte dabei das Vorhaben einer Gießerei in Fürstenwalde, die einen Betriebskindergarten aufbauen will. "Damit bindet man mitunter die Mitarbeiter enger an die Firma als mit Gehaltserhöhungen", betonte Professor Mallok.
Etwas mehr Licht in den "Fördermitteldschungel" brachte anschließend Anja Kaminski. Die Inhaberin von bcb Bildungscontrolling & Beratung aus Falkenberg erarbeitet seit elf Jahren Personalkonzepte für Unternehmen. "Wir sind eigentlich gut mit Förderprogrammen ausgestattet", so die Fachfrau. Sie rief die Unternehmen auf, alle entsprechenden Möglichkeiten auch umfassend zu nutzen. Das werde noch zu wenig getan, da viele vor den bürokratischen Hürden zurückschreckten, erklärte Kaminski. Die Falkenbergerin verwies auf die "Brandenburger Weiterbildungs-Richtlinie", die bis zum Jahr 2020 gilt.
Darin werden Förderansätze verschiedener Ressorts gebündelt. Im Ergebnis sei die Richtlinie breiter aufgestellt, dies wiederum solle der Sicherung des Fachkräftebedarfs dienen, hieß es.
Angelika Hauptmann von der Zukunftsagentur Brandenburg (ZAB) stellte das Programm "Förderung der beruflichen Weiterbildung im Land Brandenburg" vor. Neu sei dabei, dass es gestaffelte Fördersätze gebe. So liege der maximale Zuschuss bei großen Unternehmen bei 50 Prozent, kleinere Firmen könnten sogar bis zu 70 Prozent der Kosten erstattet bekommen. "Das Ziel ist es, im Unternehmen nach Bedarf zu qualifizieren", sagte Angelika Hauptmann. Die Antragstellung müsse über die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) und spätestens sechs Wochen vor Beginn der Maßnahme erfolgen.
Beim "UnternehmensWert: Mensch"-Programm geht es schließlich darum, kleine Unternehmen fit für die Zukunft zu machen. In einer kostenlosen Erstberatung werden die Förderfähigkeit sowie der konkrete Veränderungsbedarf geklärt. In einem zweiten Schritt erarbeitet ein Prozessberater im Unternehmen passgenaue Lösungsstrategien. Nach sechs Monaten gibt es schließlich ein Ergebnisgespräch. Förderberechtigt sind Unternehmen mit einem Jahresumsatz von weniger als 50 Millionen Euro. Die Anzahl der Beschäftigen darf 250 nicht überschreiten. Wer weniger als zehn Mitarbeiter hat, erhält einen Zuschuss von bis zu 80 Prozent der Kosten für die Prozessberatung.
Ein weiteres Förderinstrument ist der "Innovations-Gutschein". Dabei wird unter anderem der Wissenstransfer von Forschungseinrichtungen in kleine Unternehmen finanziert.