Er ist ein Landarzt, wie ihn der geneigte ZDF-Zuschauer aus dem Fernsehen bestens kennt. Mit Hausbesuchen am Vormittag, anschließender Sprechzeit in der Praxis und abends dann im Heimatort Wandlitz mit einer jungen Familie, die ihre Recht einfordert. Schließlich ist Naber Vater eines zweijährigen Sohnes. Bevor er Anfang Juli die Stelle als Allgemeinarzt im Medizinischen Versorgungszentrum Klosterfelde (MVZ) antrat, nutzte er noch die Möglichkeit, eine Elternzeit einzulegen.
In Klosterfelde gehört Naber zu einem Team, das von montags für freitags für die Patienten die Praxistür offen hält. "Wir haben hier relativ lange Öffnungszeiten, die wir dank einer zweiten Kollegin und einer Ausbildungsärztin aber so abdecken können", bestätigt der Mann in Weiß, der bislang eher als Klinikarzt Erfahrungen sammelte. Etwa auf der Inneren Abteilung, in der Rehabilitation einer Onkologischer Abteilung, einer Intensivstation oder auch als Arzt in einer Spezialklinik für Lungenkrankheiten. "Nach dieser Erfahrung habe ich mich bewusst für die ambulante Versorgung entschieden", fasst Naber seinen Werdegang zusammen. Seit acht Jahren wohnt er nun in der Gemeinde Wandlitz, dass er hier auch einmal seinen Arbeitsort finden würde, stand bislang nicht auf seinem Fahrplan.
Immer mittwochs beginnt Nabers Tag mit Hausbesuchen, die ihn meist zu älteren Patienten führen. Dort arbeitet der Arzt zwar mit eher simplen Bordmitteln wie einem Stethoskop oder einem Blutdruck-Messgerät, doch dank seiner Erfahrung gelingt es ihm nach eigenem Bekunden sehr gut, seinen Patienten mit den richtigen Diagnosen und einfühlenden Worten wieder auf den Pfad der Gesundheit zurückzuführen. "Die Unterschiede zur Klinikarbeit sind kleiner, als vielleicht allgemein angenommen. Die Krankheiten an sich sind ja nichts Neues und auch in der Klinik gehört der Umgang mit den Patienten zum Alltag."
Den Reiz der neuen Tätigkeit beschreibt er so: "Ich bekomme es mit dem gesamten Spektrum der Inneren Medizin zu tun. Und nicht nur das: Auch psychische Belastungen können die Erklärung für bestimmte Beschwerden sein. Mit einfachen Mitteln direkt am Patienten zu behandeln, darin besteht für mich der besondere Reiz."
Nicht weniger spannend ist die Frage, wie viel Zeit nimmt sich der Arzt für die Patienten und darf er wirklich frei verschreiben, oder gibt es reglementierende Restriktionen? Nabers Antwort erinnert sehr an einen Landarzt, der offenkundig mehr Freiheit als ein Klinikarzt genießt: "Die Zeit ist immer vom Patienten abhängig. Ich nehme auch ein Stethoskop in die Hand, um abzuhorchen. Und natürlich verschreibe ich nur die Medikamente, die wirklich helfen."
Auch Überweisungen würden nicht zwingend ins Immanuel Klinikum in Bernau erfolgen. Dort sitzen nämlich die Vorgesetzten, denn die Klosterfelder Niederlassung gehört zum Bernauer Herzzentrum.
Was ebenfalls nicht vergessen werden darf: Unter dem Dach des durchaus sehenswerten Gebäudes arbeiten nicht nur die Ärzte der Praxis für Allgemeinmedizin, sondern mit Dr. Ines Veit gibt es auch eine Praxis für Gynäkologie und Geburtshilfe. Die Schwestern organisieren unter Leitung von Claudia Josuks, neumodisch Praxismanagerin genannt, die Termine und Abläufe der Ärzte.
Nabers Vorgänger in Klosterfelde, Dr. Ulf Weikert, hatte sich nach mehrere Jahren in Festanstellung entschieden, in Schöneiche eine eigene Praxis zu eröffnen.
Das MVZ Klosterfelde ist unter 033396 309 erreichbar.