Letzte Saison haben die beiden 16-jährigen Barnimer noch Seite an Seite gespielt, beim FC Energie Cottbus. Mit dem U17-Team der Lausitzer ging es in der Junioren-Bundesliga (Nord/Nordost-Staffel) auf Punktejagd. Abwehrspieler Lennart Czyborra hat versucht, die gegnerischen Stürmer vom Toreschießen abzuhalten, Lucas Schmidt hat im Mittelfeld gewirbelt. Die beiden kennen sich seit Jahren. Sie haben zuvor schon in der Barnimer Kreisauswahl zusammengespielt, und auch im Nachwuchsbereich von Preussen Eberswalde (vormals Motor).
Doch nun trennen sich ihre Wege. Beide hatten im Sommer Offerten von anderen Klubs vorliegen. Von größeren Klubs. Und sie haben zugeschlagen. Lennart Czyborra, der in Berlin geboren ist und bei Eintracht Wandlitz seine 1. Station im Jugendbereich hatte, verschlägt es nach Gelsenkirchen, ins U17-Team des FC Schalke 04. Lucas Schmidt, der Schorfheider, der einst beim 1. FC Finowfurt mit dem Kicken begann, wird künftig für die U17 von RB Leipzig spielen.
Beide Klubs sind für ihre starken Nachwuchsmannschaften bekannt. RB hat in der Junioren-Bundesliga Nord/Nordost jüngst mit seiner U17 die Meisterschaft geholt. Der FC Schalke, der in der West-Staffel antritt, wurde dort Fünfter.
Steffen Bürgin, DFB-Stützpunktrainer im Fußballkreis Oberhavel/Barnim und zugleich Nachwuchstrainer beim FV Preussen Eberswalde, kann sich noch gut an die beiden Talente Lennart Czyborra und Lucas Schmidt erinnern. Er hat sie einst selbst trainiert, als Vereinscoach und als Stützpunkttrainer. "Das sind hochtalentierte Jungs, die waren bei allen Kreisauswahlturnieren praktisch immer unter den besten Spielern", sagt Bürgin. Auch im Vereinsteam, das damals noch FV Motor hieß, stachen sie heraus. Lennart wechselte im Alter von acht Jahren zu den Eberswaldern, Lucas war neun, als er zu den Westendern kam.
Der endgültige Durchbruch gelang ihnen 2009. Da schafften es die beiden, damals als E-Junioren, nach mehreren Sichtungslehrgängen, die des Landes für die Sportschulen in der Einzelwertung auf die Plätze 1 und 2. "Das hatten wir noch nie", erinnert sich Bürgin.
Schmidt ging bald darauf nach Cottbus, spielte dort für den FC Energie. Czyborra nahm noch einen kurzem Umweg über Berlin. Eine Saison kickte er bei Union Berlin (2009/2010), eine weitere bei Hertha BSC (2011/12), danach ging auch er nach Cottbus.
Dort, beim FC Energie, endete die letzte Saison für beide mit einer Enttäuschung, nämlich dem Abstieg mit den B-Junioren von der Bundesliga in die Regionalliga. Drei Punkte mehr und man hätte die Klasse gehalten.
Nun suchen Lennart Czyborra und Lucas Schmidt eine neue Herausforderung. Es ist für beide eine große Chance.
In gewisser Weise wandeln sie dabei auch auf den Spuren von Maxim Banaskiewicz. Der 23-Jährige, der im Jugendalter ebenfalls beim FV Preussen in Eberswalde aktiv war und dann nach Cottbus ging, hatte es dort, beim FC Energie, 2010 zum Jungprofi geschafft. Der damalige Coach Pele Wollitz war sein Förderer. Die Zweite Bundesliga winkte. Der bezahlte Fußball. Ein Traum wurde wahr.
Banaskiewicz hatte dann allerdings Pech mit Verletzungen. Zwei Kreuzbandrisse warfen ihn zurück, dadurch geriet er in Cottbus in Vergessenheit. Inzwischen kickt der Mittelstürmer, der zuletzt drei Jahre beim FC Carl Zeiss Jena auf Torejagd ging, beim sächsischen Regionalligisten FC Oberlausitz Neugersdorf.