Nach den Plänen des Eigentümers Michael Hecken soll auf dem Kerngelände der Wehrmühle am nördlichen Biesenthaler Stadtrand ein Kultur- und Eventbetrieb realisiert werden. Dafür werden vorhandene Gebäude genutzt und durch Neubauten auf dem Grundstück ergänzt. Einige Abrissarbeiten sind vorgesehen. Neben der Gastronomie sollen 32 Gästezimmer entstehen. Wohnmöglichkeiten sind lediglich für das Personal gedacht. Die Zahl der Veranstaltungen mit bis zu 250 Besuchern beschränkt sich auf maximal zehn. Sonstige Veranstaltungen, beispielsweise Seminare, orientieren sich an den Gästezimmern.
Diese Pläne entsprechen insgesamt dem, "was wir vor vielen Jahren angeraten haben", lautet die Einschätzung von Margitta Mächtig (Linke). Allerdings seien die zu erwartenden Lärm- und Transportbealstungen "weniger erträglich". Auch wenn die Teilnehmerzahl bei den maximal zehn großen Veranstaltungen auf 250 begrenzt werde, könne das doch "im Ernstfall bedeuten, dass manche Anwohner an zwei Wochenenden hintereinander nicht schlafen können".
Schon in der Einwohnerfragestunde war das Thema Lärm angesprochen worden: In der Vergangenheit habe es mehrfach Beschwerden beim Ordnungsamt über empfindliche nächtliche Ruhestörungen gegeben. Wie Michael Hecken sagte, gehe das Lärmgutachten davon aus, dass im Vergleich zu heute keine großen Änderungen zu erwarten seien.

Beantragung und Auflagen

Biesenthals Bürgermeister Carsten Bruch (CDU) wies auf das beabsichtigte Procedere bei der Durchführung von Veranstaltungen hin. Jede einzelne – und zwar nicht nur die zehn großen –, müssten beantragt werden. Entsprechende Auflagen seien einzuhalten. Das gelte zum Beispiel auch für die Anfahrt der Besucher. So sollte der Eulenberg als Parkplatz genutzt werden können. Der Veranstalter hat vor, von dort aus einen Shuttleverkehr zur Wehrmühle einzurichten. Abstellplätze für kleinere Veranstaltungen sind im Bebauungsplan an der Wehrmühle selbst vorgesehen.
Während Hartmut Zerbe (Biesenthals Aktive Mitte) die Nutzung des Eulenbergs samt Shuttlebus als "tolle Idee" bezeichnete, blieb Dirk Siebenmorgen (Linke) mit der Bemerkung "Heute gesagt, morgen vergessen" skeptisch.

Befestigung des Hohlwegs

Ein weiterer Diskussionspunkt rankt sich um den sogenannten Hohlweg, die östliche nicht ausgebaute Zufahrt von der Kirschallee hinunter zur Wehrmühle. Michael Hecken hat erklärt, den Weg selbst "zu befestigen", dennoch gibt es Befürchtungen, dass es "einmal heißt, Biesenthal baut den Hohlweg", so Margitta Mächtig.
Sowohl für den Baustellenverkehr als auch für die Ver- und Entsorgungsfahrzeuge ist die östliche Zufahrt verbindlich vorgesehen. Der bereits ausgebaute, wenn auch schmale westliche Wehrmühlenweg soll nicht beschädigt werden. Diese ausgebaute Zufahrt zur Wehrmühle wählen bereits jetzt viele Fahrradfahrer für ihre Ausflüge. Die asphaltierte Strecke soll daher nicht durch schwere Fahrzeuge belastet werden.
Andreas Krone (Bündnisgrüne) hielt fest, dass mit der Offenlage zu diesen Themen jetzt offiziell Stellung genommen werden kann.
Für die Gestaltung des Hohlwegs gebe es bereits ein Konzept, sagte Michael Hecken. Er versicherte, dass es "einen erheblichen Unterschied zu heute geben wird". Gleichzeitig erinnerte er daran, dass bereits jetzt die Holz-Schwertransporte diesen Weg nehmen. Und die Frequenz der Entsorgungsfahrzeuge werde sich nicht erhöhen: "Ob ein Fahrzeug eine oder sechs Mülltonnen entsorgt, verändert nicht die Zahl der Fahrten."
Schwerpunktmäßig werde es einen Kultur- und Seminarbetrieb geben, der an den Übernachtungsmöglichkeiten orientiert sei, so Michael Hecken. Durch diesen Besucherverkehr werde der östliche Wehrmühlenweg nicht überlastet.