Aus 34 Bewerbern hat eine Jury zwölf Kooperationen von Kommunen in Brandenburg als Gewinner im Stadt-Umland-Wettbewerb des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung ausgewählt. Ihnen stehen insgesamt 160 Millionen Euro aus den drei Europäischen Fonds für regionale, soziale und ländliche Entwicklung zur Verfügung. Hierfür hatten sich als Kooperationspartner einerseits Bernau, Ahrensfelde, Wandlitz und Panketal, andererseits Eberswalde, Biesenthal-Barnim, Schorfheide, Britz-Chorin-Oderberg und Joachimsthal beworben. Schwerpunkte der Niederbarnimer Kooperationspartner ist die Gestaltung von regionalen Landschaftsräumen, die Förderung umweltgerechter Mobilitätsangebote, der Erhalt bedeutender Gebäude und Anlagen, die Aktivierung von Brachflächen für eine bessere Umwelt und die Verbesserung der Integration von Flüchtlingen und Migranten durch den Aufbau eines regionalen Netzwerks.
Unisono hoben die Bürgermeister aus dem Niederbarnim hervor, dass mit der Beteiligung an dem Wettbewerb schon ein Ziel erreicht sei. So haben sich alle Beteiligten gemeinschaftlich über überörtliche Probleme und über deren gemeinsame Lösung verständigt. Oder wie André Stahl sagte: "Ein Mittelbereich mit rund 100000 Einwohnern hat im Land auch viel mehr Gewicht." Er baue auf eine intensive Zusammenarbeit der Kommunen. So wie die Probleme mit der gemeinsamen Abwasserdruckleitung gelöst werden konnten, könne dies auch im Öffentlichen Personennahverkehr der Fall sein.
Mit der Berücksichtigung der Kommunen im Berliner Umland "geht "ein Signal vom Land aus", stellte Bürgermeister Wilfried Gehrke fest. "Wir waren ja schon aus allen Förderkulissen herausgefallen." Die Vervollständigung der Radwegverbindung von Ahrensfelde bis Bernau und die Entwicklung des Lennéparks in Blumberg seien zwei wichtige überörtliche Projekte, die nun realisiert werden können.
Die Wandlitzer Bürgermeisterin Jana Radant hofft, dass für die Umsetzung der Projekte Bernau die Geschäftsstelle führen wird. Sie unterstreicht die Kooperation unter den Gemeinden, die nun gemeinschaftlich über die Reihenfolge der Vorhaben entscheiden werden. Ihr Lieblingsprojekt ist die Umsetzung einer Naturparkschule. Nach österreichischem Vorbild könne das Anliegen des Naturparks in die Schulen hineingetragen werden.
"35,5 von 160 Millionen Euro hat der Barnim erhalten, darüber freue ich mich sehr", hielt Panketals Bürgermeister Rainer Fornell fest. Er sieht vor allem in der weiteren Verbesserung des ÖPNV im gesamten Raum Vorteile für alle. "Schüler, Patienten und Verbraucher profitieren davon."
Für den Wettbewerb hatten die vier Kommunen eine gemeinsame Mittelbereichskonzeption erarbeitet, die in der Stadtverordnetenversammlung und in den Gemeindevertretungen entwickelt worden war. Über die weitere Umsetzung muss ebenfalls gemeinsam entschieden werden.