„Mir scheint, als hätte es schon immer da gestanden. So gut passt es in die Nachbarschaft“, begrüßt Pfarrerin Konstanze Werstat am Freitagabend die Gäste des Festempfangs zur Eröffnung des Neuen Rathauses in der St. Marienkirche. Dass dieser in dem Gotteshaus stattfindet, ist natürlich der Corona-Pandemie geschuldet. Die Marienkirche ist immer noch der größte Raum, den Bernau zu bieten hat. Hier dürfen unter Wahrung der Abstandsregeln 180 Menschen Platz nehmen. Im Bürgersaal des Neuen Rathauses wären es nur 80 gewesen.

Stadt und Kirche rücken näher zusammen

Doch der Festempfang in der Kirche ist auch ein Symbol: „Stadt und Kirche rücken näher zusammen“, sagt Konstanze Werstat und das nicht erst an diesem Vorabend des Tages der deutschen Einheit. Nicht zum ersten Mal ist die Stadt tatsächlich in der Kirche zu Gast. Von der Dachterrasse des neuen Rathauses hat man einen nahen Blick auf die Marienkirche wie sonst nirgends in der Stadt.

Wenn es der Stadt gut geht, geht es auch ihren Bürgern gut

Brot und Salz als Zeichen für Glück, Segen und Wohlstand überreicht die Pfarrerin. Der Monatsspruch, den sie in der Bibel fand, passt genau auf diesen besonderen Tag für Bernau: „Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zum Herren. Denn wenn’s ihr wohl geht, so geht's auch euch wohl.“ So wünscht Konstanze Werstat den Stadtverordneten, die zahlreich zum Festempfang gekommen sind: Möge bei deren Entscheidungen „ein Geist der Einsicht, Klarheit, Toleranz und des Miteinanders wirken“ und von dem neuen Haus ausstrahlen.

Das Rathaus als Begegnungsstätte für die Bürger

„In der Architektur muss sich ausdrücken, was eine Stadt zu sagen hat.“ Bernaus Bürgermeister André Stahl ist felsenfest davon überzeugt: Das Neue Rathaus tut es. „Es setzt Akzente, dominiert nicht, kommt aber selbstbewusst daher“, interpretiert Stahl den Bau. Offen, transparent, Modernes und Historisches verbindend, so sieht er die Stadt und deren Entsprechung in dem neuen Verwaltungssitz. Der habe mit Bistro, Dachterrasse, Aussichtsplattform und Bürgersaal das Zeug dazu, eine wahre Begegnungsstätte für die Einwohner und die Stadt zu werden.

Bernaus Alt-Bürgermeister als Ehrengäste des Festempfangs

Stahl gibt einen kurzen Rückblick auf die vergangenen 15 Jahre, die es brauchte, um aus der Anfangsidee für den Bau eines neuen Rathauses Wirklichkeit werden zu lassen. Er würdigt die Verdienste seines Amtsvorgängers Hubert Handke, der nie locker gelassen und mit dem Kauf des Grundstücks an der Bürgermeister Straße 25 die Weichen für einen Verwaltungssitz in der Stadtmitte gesetzt habe. Handke und die weiteren Alt-Bürgermeister Hans Ärmer und Hans-Joachim Klein sind ebenso zum Festempfang gekommen wie der Geschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes Brandenburg, Barnims Landrat Daniel Kurth und dessen Amtsvorgänger Bodo Ihrke, sowie die Bürgermeister beziehungsweise Stellvertreter der Nachbarkommunen Panketal, Wandlitz, Ahrensfelde und Werneuchen.

Bernau steht symbolisch für die Entwicklung der Bundesrepublik in den vergangenen 30 Jahren

Am Vorabend des 3. Oktober stehe die Eröffnung des Neuen Rathauses und die Stadt Bernau „ein Stück weit symbolisch für die Entwicklung der Bundesrepublik“ in den vergangenen 30 Jahren. „Die Stadt hat ihre Chancen seit der deutschen Einheit ergriffen und genutzt und sich ganz hervorragend entwickelt“, stellt der Bürgermeister fest.

Neubau kostet rund 20 Millionen Euro

Er dankt allen, die in irgend einer Weise am Neuen Rathaus beteiligt waren, nicht zuletzt den Bernauern, die sich am 5. März 2017 bei einem Bürgerentscheid „Stoppt Rathaus-Neubau“ zu mehr als 60 Prozent für das Neue Rathaus entschieden haben. Der Bau habe alles in allem 20 Millionen Euro gekostet, sagt André Stahl. Die Hälfte der Summe seien Fördermittel, erklärt er. Und mit Augenzwinkern kommentiert er: „Alle diejenigen Stadtverordneten, die immer ein Rathaus für zehn Millionen Euro wollten, haben auch eines für zehn Millionen Euro bekommen!“
Im Anschluss an den Festakt in der St. Marienkirche überqueren die geladenen Gäste die Mühlenstraße und sind auch schon am Neuen Rathaus. Dort haben sie Gelegenheit, das Haus in seiner ganzen Pracht anzuschauen. Im Bürgersaal und auf der Loggia mit Blick auf Marktplatz und Marienkirche treffen sie sich anschließend zum Stehempfang.

Virtueller 360-Grad-Rundgang mit der MOZ

An diesem Sonnabend haben die Bernauer beim Tag der offenen Tür von 11 bis 17 Uhr Gelegenheit, das Neue Rathaus zu besichtigen. Ein virtueller 360-Grad-Rundgang mit der MOZ:

Youtube Rundgang durch das Rathaus Bernau