Noch vor der Schließzeit ist die Waldgruppe der Kita Wukaninchen in Biesenthal mit zehn Kindern an den Start gegangen. Die offizielle Eröffnung wird jedoch erst nach den Ferien gefeiert, und zwar am Sonnabend, 14. September. Die Kinderzahl der Gruppe wird sich voraussichtlich Anfang des kommenden Jahres noch einmal erhöhen. Mit der Aufstellung eines zweiten Wagen sollen dann 18 Kinder die Kita besuchen, wie Catharina Raffoth von der Elterngruppe, auf deren Initiative die Gründung der neuen Gruppe zurückgeht, sagt.
Die Betriebsgenehmigung hatte das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport ausgesprochen. Allerdings darf die Waldkitagruppe aufgrund der Vorgaben nur sechs Stunden am Tag geöffnet sein, bedauert Catharina Rafoth. Die Kita würde gern länger öffnen, zumal einige Eltern auch den Bedarf hierfür angemeldet hätten. Waldkindergärten dürften jedoch in Brandenburg generell nicht länger als sechs Stunden öffnen. Begründet werde dies mit dem Hinweis auf den geringeren Innenraum. Dies habe bereits zu negativen Rückmeldungen geführt, die zeitliche Beschränkung liege allerdings nicht in den Händen des Trägers der Einrichtung.
Schutz bei Wetterextremen
Der Auftakt noch vor der Schließzeit diente als Eingewöhnungsphase für die Kinder, die aus Biesenthal und aus umliegenden Orten wie Rüdnitz kommen. In dieser Phase lernen die Kinder, in der neuen Umgebung und mit noch unbekannten anderen Menschen auch ohne ihre Eltern zurechtzukommen. In dieser Zeit hielten sich die Kinder auf dem Kita-Gelände an der Ruhlsdorfer Straße auf. Nach dem Konzept für die Waldgruppe werden sich die Kinder – sie sind drei Jahre oder älter – fast die ganze Zeit eines Kita-Tages in der Natur aufhalten. Es gibt zwar einen Waldkinderwagen, dieser dient jedoch vorrangig als Treff- und Ausgangspunkt am Morgen sowie bei extremen Wetterlagen als Schutz.
Der Start der Betreuung erfolgt mit einer pädagogischen Fachkraft und einem Mitarbeiter aus einem Freiwilligen Dienst wie beispielsweise dem Bundesfreiwilligendienst oder dem Freiwilligen ökologischen Jahr. Wird die Kinderzahl aufgestockt, kommt noch eine weitere pädagogische Kraft hinzu.
Die Aktion "Gesunde Umwelt" hat aus Lottomitteln für die Erstausstattung der Gruppe unter anderem Hängematten und Ferngläser zur Verfügung gestellt. Mit den Ferngläsern haben die Kinder Beobachtungen im Wald unternommen, angeregt durch erfundene Geschichten von der Waldfee, für die sie sodann auch Bilder gemalt haben. Der zweite Waldwagen, dessen Aufstellung für Anfang des kommenden Jahres angestrebt wird, soll mit dem jetzigen Wagen sowohl über eine Terrasse als auch direkt mit einer Tür verbunden werden. Wie Catharina Rafoth sagt, liegt eine Fördermittelzusage bereits vor.
Vor knapp zwei Jahren hatte sich die Initiative von anfangs sieben Eltern gebildet, um die Waldkitagruppe ins Leben zu rufen. Neben der Entwicklung des ökologischen Verständnisses gehören auch die Entwicklung des Sozial-verhaltens und der kulturellen Bildung zu den Zielen der Kita.