In einer Pressemitteilung beschreibt Schwigon, wie eine Sozialarbeiterin die Situation erlebte. Demnach seien insgesamt sieben Personen am Eingang abgefangen worden, unter ihren Zech und Aileen Rokohl. Die Sozialarbeiterin des Klubs habe den Zutritt verweigert und hätte mit einem weiteren Klubmitarbeiter versucht, die Tür zuzuziehen. Zudem sei vom Hausrecht Gebrauch gemacht und ein Betretungsverbot ausgesprochen worden. Marcel Zech hingegen hätte die Tür festgehalten. "Erst nachdem mit der Polizei gedroht wurde, ließ er von der Tür ab", heißt es in der Presseerklärung des Dosto. Aileen Rokohl habe hinterher noch Fotos gemacht, dann hätten sich die unerbetenen Gäste in der Ausfahrt des Jugendtreffs postiert.
Für Benno Schwigon stellt der Besuch und auch das auf dem Facebook-Account von Aileen Rokohl nachlesbare Versprechen, wiederzukommen, eine Bedrohung dar. "Wir verstehen uns als Rückzugsraum für jene Jugendliche, die sich von Nazis bedroht fühlen. Wir empfinden das als Provokation und Bedrohung und sehen es durchaus als neue Qualität an, wenn diese Leute vor unserer Klubtür stehen."
Aileen Rokohl bewertet die Situation indes ganz anders. Sie habe lediglich von ihrem Recht als Bernauer Stadtverordnete Gebrauch machen wollen, sich einen eigenen Eindruck vom Jugendklub zu machen. "Das ist uns verwehrt worden, was wir nicht verstehen, denn der mit öffentlichem Geld geförderte Klub sollte jedem zugänglich sein", sagte sie am Freitag der MOZ. Sie bestätigt die Fotos. "Ich habe Plakate fotografiert", sagte sie und betonte, von ihr oder ihren Begleitern seien weder Gewalt noch Bedrohungen ausgegangen. "Den Konflikt schürt das Dosto", so ihre Meinung. Auf die Frage, warum sie sich angesichts der zu erwartenden Situation nicht einfach angemeldet hätte, meinte sie: "Ich finde, dass muss ich nicht tun. Aber vielleicht werde ich es beim nächsten Mal so halten."
Die Polizei reagierte am Freitag offensiv. "Wir nehmen diesen Anlass ernst und haben bereits den Staatsschutz der Direktion Ost eingeschaltet. Die Kriminialisten ermitteln nun", sagte Ingo Heese, Pressesprecher der Polizeidirektion Ost.