Nachdem das Ehepaar Delia und René Lieske ungewollt kinderlos blieb, entschloss es sich zu einer Auslandsadoption. Aus Altersgründen durften sie kein deutsches Kind bekommen. Über einen spezialisierten Verein ließen sie sich in Russland als Kindersuchende registrieren. "Während der obligatorischen Treffen lautete die Grundaussage, wir müssten uns keine Sorgen machen", schildert Lieske. Die Risiken waren den beiden bekannt. Sie fühlten sich imstande, ein Kind mit höchstens therapierbaren Beeinträchtigungen aufzunehmen. Ein Herzfehler sowie eine Fehlstellung der Augen waren bereits diagnostiziert worden. Eine russische Ärztin vor Ort bestätigte dies. Eine Beeinträchtigung durch FAS wurde ausgeschlossen. Ärzte in Deutschland stellten die Schädigung später jedoch fest.
FAS wird durch Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft verursacht. Es verursacht unter anderem Entwicklungsverzögerungen, Untergewicht und Fehlbildungen. Weiterhin leiden Betroffene unter kognitiven Einschränkungen und neigen zu Schwierigkeiten bei der sozialen Interaktion. FAS ist nicht heilbar. Alisa benötigt daher besondere Aufmerksamkeit. Durch das Verhalten des Vereins waren Delia und René Lieske wenig vorbereitet auf das Leben mit einem beeinträchtigten Kind. Im Kindergarten geriet sie häufig mit anderen Kindern in Konflikte. Nun besucht sie eine Bernauer Förderschule.
René Lieske möchte mit seinem Buch sensibilisieren. "Für Eltern, Pädagogen und Ärzte sollten die Themen Adoption und die fetale Alkoholspektrumstörung stärker in den Fokus rücken", erklärt er. Eine Adoption sei zwar etwas wirklich Gutes, unter diesen Bedingungen rät er jedoch nicht dazu, ein ausländisches Kind aufzunehmen. Der Bernauer beschreibt: "Bewerber gehen ein unabschätzbares Risiko ein, denn die dünnen Informationen erschweren das Ganze sehr."
Das Buch ist als Download für 9,99 Euro erhältlich. Die Taschenbuchausgabe kostet 18,50 Euro.