Erstmals komplett ausverkauften war der Hangar 3 am Rande des Flugplatzes. Prächtig war die Halle geschmückt und für die fünfte Jahreszeit vorbereitet. Da fehlten weder der Käfig, in dem jeder schlecht Gelaunte eingesperrt und nur mit einem Kuss befreit werden konnte, noch das Standesamt, das alle Heiratswilligen für den Abend zusammenschweißen würde.
Kerstin Müller und Volker Hild - das allen bestens vertraute Moderatoren-Paar - führte die Gäste durchs Live-Programm und von Höhepunkt zu Höhepunkt. Nachdem das Problem des Rauschens und Knackens im Mikro beseitigt war, kündigten sie den Einmarsch des Elferrates an. "Wolle mer sie reinlassen?" "Jaaaaaa!" Und majestätisch schritten Finanz-, Liebes-, Kostüm-, Justiz-, Kultur- und Beschaffungsminister samt Zeremonienmeister herein. Christine Lojack, Erste Präsidentin des 1.Karnevalclubs Rot-Weiß Werneuchen, wünschte allen viel Spaß und Freude und vor allem: ein "sorgenfreies Abtanzen". Damit dies auch gelingen konnte, ging ein großer Dank der Karnevalisten an die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr und den Motorradclub "E achtzehn".
Ehrerbietig erhob sich nun das Publikum, um das Prinzenpaar, Prinzessin Sarah I. und Prinz Daniel I., zu empfangen. Huldvoll drehten sie - beide in prächtige Roben gekleidet - ihre Runde. Dann senkten sich auch schon Prinz Daniels Lippen auf ihre - eröffnet war die Kussfreiheit für den Abend. Schon stoben jetzt die kleinen Funken-Mariechen in ihren rot-weißen Kostümen und prächtigem Federkopfschmuck auf die Tanzfläche und zeigten, was sie alles drauf hatten, gefolgt von den größeren Funken. "Strippe" und "Günni" tauchten anschließend ins Zwiegespräch und ließen einen Kalauer nach dem anderen raus. Das Männerballett - in amüsanter Verkleidung älterer Damen - ließ dann aber kräftig die Krücken und Schürzen tanzen, bevor es weiter mit Rock'n Roll der Funkengarde ging. Das Helene-Double heizte nun die Närrischen so richtig auf. Und auch Frau Müller und Frau Bratbäcker hatten sich wieder eingefunden, um sich über Nachbarschaft, Wetter, große und kleine Politiker so richtig aufzuregen. "Statt dass ich für meine Enkel im künftigen ortsansässigen Drogeriemarkt schon mal Windeln besorgen könnte, wird sich der Bau wohl noch hinziehen bis ich selbst welche brauchen werde", wetterten sie los und schlugen vor, doch einfach mal Ramstein, die Toten Hosen, Jim Bendzko, die Ärzte oder vielleicht auch noch Udo Lindenberg das Land regieren zu lassen. Womöglich könnten die sich eher einigen, wo es denn langgehen soll Weiter gings mit einer rasanten Show der Werneuchener Showgirls. Kräftig geschunkelt wurde zum Vereinslied, bevor der Wettstreit Frauen gegen Männer und Männer gegen Frauen in die erste Runde ging. Letztlich konnten sich die Damen durchsetzen. Mit einer gewaltigen Polonaise, angeführt vom Prinzenpaar, hieß es schließlich: Bühne frei für alle Tanzwütigen zu heißen Rhythmen durch die Nacht.