Die strategische Partnerschaft der Gemeinde Wandlitz mit der ukrainischen Kleinstadt Makariv produziert erste Ergebnisse. Zwei Feuerwehren aus Wandlitzer Ortswehren haben den Weg in die vom Krieg teilweise stark zerstörte Stadt in der Ukraine gefunden. Sie waren Teil eines Hilfskonvois des Landesfeuerwehrverbandes. Immerhin 52 Spenden-Einsatzfahrzeuge sowie 740 Paletten mit Ausrüstung und Schutzkleidung wurden seit dem 2. März übergeben. Damals startete der Verein Landesfeuerwehrverband Brandenburg die Feuerwehr-Hilfsbrücke in die Ukraine.
Die Fahrt in Richtung Ukraine startete ab Falkensee in Richtung Rzeszow in Polen und führte bis zu einhundert Kilometer an die ukrainische Grenze heran. Mit dabei waren dieses Mal auch Sandy Lange, Leiterin des Sachgebietes Brand-, Zivil- und Katastrophenschutz in der Gemeinde Wandlitz sowie vier weitere Feuerwehrleute aus den Ortswehren mit den zwei Einsatzfahrzeugen, die für die Feuerwehr in Makariv bestimmt waren. Ebenfalls dabei, ein Mannschaftstransporter für die Rückfahrt.

Strategische Partnerschaft beschlossen

Mit Makariv hat die Gemeinde Wandlitz seit Ende Mai eine strategische Partnerschaft, in deren Rahmen humanitäre Hilfe und projektbezogene Unterstützung beim Wiederaufbau geleistet werden soll. Am 16. Juni 2022 hatten die Wandlitzer Gemeindevertreter dann ihre Zustimmung gegeben, dass drei ausgemusterte Einsatzfahrzeuge an die Feuerwehr in Makariv übergeben werden sollen. Zwei Fahrzeuge, ein Mannschaftstransportfahrzeug sowie ein Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wasser (TSF-W), wurden mit dem jetzigen Konvoi in die Ukraine überführt. Das dritte Einsatzfahrzeug wird zu einem späteren Zeitpunkt folgen. Es wird derzeit noch als Ersatzfahrzeug in Klosterfelde benötigt.
Sandy Lange berichtet hinterher von der Reise: „Nach einer ziemlich langen Fahrt über insgesamt 840 Kilometer sind wir gegen ein Uhr nachts in Rzeszow in Polen angekommen. Dort wurden wir bereits von den polnischen Feuerwehrkameraden erwartet, bestens versorgt und konnten erst einmal eine Mütze Schlaf nehmen“. Am Samstagmorgen ging es dann zunächst zur Wache der Berufsfeuerwehr, um die gespendeten Hilfsgüter zu entladen. Anschließend wurden die Spendenfahrzeuge an der Feuerwehrschule in Nisko an die polnische Berufsfeuerwehr übergeben. Diese wiederum wird die Fahrzeuge jetzt an die ukrainische Katastrophenschutzbehörde (DSNS) weiterleiten und nach Makariv überführen.
Sandy Lange weiter: „Für mich war es das erste Mal, dass ich einen solchen Hilfskonvoi begleiten durfte. Da war schon eine tolle Erfahrung, die ich nicht missen möchte, obwohl es auch super anstrengend war. Und ich freue mich natürlich, wenn Feuerwehrfahrzeuge aus Wandlitz demnächst in Makariv zum Einsatz kommen, wo sie dringend benötigt werden.“

Borchert reist zum Urlaubsstart nach Makariv weiter

Besonders imponiert haben Sandy Lange und ihre Begleiter aus den Wandlitzer Ortswehren die gute Organisation des Landesfeuerwehrverbandes Brandenburg und die perfekte Betreuung durch die polnischen Kameraden. Und auch Bürgermeister Oliver Borchert ließ es sich nicht nehmen, am Samstagmorgen den Hilfskonvoi im polnischen Nisko zu begrüßen. Er startete danach weiter nach Makariv in die Ukraine, wo er eine Verabredung mit dem dortigen Bürgermeister hatte, um weitere Projekte im Rahmen der strategischen Partnerschaft zu besprechen. 15.000 Einwohner zählt Makariv, durch Raketen und Granaten sollen dort 700 Wohnungen zerstört worden sein. 3000 Menschen seien dadurch obdachlos geworden. Fotos aus der Ukraine belegen die Zerstörung. Helfen will Borchert den Ukrainern zudem bei der Reparatur von Fensterglas, kündigte er Mitte Juni nach einem Besuch vor Ort an. Tausende von zerstörten Fensterscheiben müssten repariert oder abgedichtet werden, damit die Menschen überhaupt in ihren Wohnungen überleben können, so die Schilderung des Bürgermeisters.

Zwei von drei Kitas in Trümmern

Zudem liegen zwei der drei Kitas in Trümmern, eine der beiden Schulen könne nicht mehr genutzt werden. „Die mehr als 1.800 Schulkinder in Makariv werden seit der Zerstörung des Lyzeums Ende Februar gemeinsam in einer noch halbwegs intakten kleineren Schule in drei Schichten während 18 Stunden am Tag unterrichtet“, berichtete Borchert.
Borchert befindet sich seit dem ersten August im Urlaub und wird nach drei Wochen Erholung am 22. August wieder im Rathaus Wandlitz erwartet.