Auf den Punkt brachte es Horst Werner (BfB/FDP): "Ich kann damit nichts anfangen", bekannte der Stadtverordnete ziemlich ehrlich. Im nächsten Satz schränkte er aber ein, dass er die Arbeit "nicht schlecht machen wolle".
Auf der Tagesordnung stand das Jahresausstellungsprojekt der Galerie Bernau und der Antrag zur finanziellen Unterstützung durch die Kommune in Höhe von 35 700 Euro. Daniel Sauer (CDU) signalisierte für seine Fraktion zwar Zustimmung zur Vorlage, hatte aber auch kritische Worte anzumerken. "Wir vermissen die regionalen Künstler, die in der Galerie ausstellen", sagte der Ladeburger. Dies sollte sich in der Zukunft ändern. In der Vergangenheit habe es da durchaus ein "Ungleichgewicht" gegeben, so der Stadtverordnete.
"Wir sollten hier nicht über Geschmäcker reden", warf Dagmar Enkelmann in die Debatte ein. Das Thema und die Auswahl  der Künstler überlasse man lieber dem Förderverein und der Jury. Die Linken-Stadtverordnete erinnerte auch an den Ursprung der Einrichtung. "Damals wollte man einen Raum für Künstler aus der Region schaffen". Darauf sollten sich die Macher wieder besinnen. Die Linken-Stadtverordnete verwies auch darauf, dass eine Galerie in städtischer Verwaltung in der heutigen Zeit nicht mehr üblich ist. Irina Feldmann (CDU sprach sich dafür aus, mit künftigen Ausstellungen auch die Jugend zu begeistern. Detlef Maleuda (BfB/FDP) wiederum nahm in Anspruch, sich auch inhaltlich zum Jahresprojekt äußern zu können, verzichtete dann aber darauf und sagte nur: "Ich kann mich nicht positiv positionieren". Die Vorlage wurde schließlich mehrheitlich angenommen – das Geld kann also überwiesen werden.
Das Ausstellungsprogramm steht im kommenden Jahr unter dem Thema "Die Kunst des Friedens". Insgesamt soll es an der Bürgermeisterstraße fünf Expositionen geben. Wie kann Frieden langfristig gestaltet und umgesetzt werden? Wie kann man ihn aktiv gestalten? Und  welche Rolle spielt die Kunst dabei – um diese Fragen soll es dabei gehen. Eine dreiköpfige Jury hatte im Sommer aus 89 eingereichten Bewerbungen fünf Vorschläge ausgewählt.
Verstärktes Marketing
"Das Ausstellungsprogramm setzt den Grundstein, um in der Zusammenarbeit mit hochkarätigen künstlerischen Positionen dem Haus (inter-)nationalen Klang zu verleihen", heißt es in der Vorlage.  Wie im vergangenen Jahr werde es wieder drei Säulen geben: Ausstellungen, Begleitveranstaltungen und Kunstvermittlung. Die Infrastrukturkosten hätten sich gegenüber dem Plan für 2019 leicht erhöht, die Projektkosten fielen geringer aus.
Die professionelle Dokumentation der Expositionen diene der Wahrung des kulturellen Erbes und solle weitergeführt werden, heißt es. Darüber hinaus möchte die Galerie das Social-Media-Marketing verstärken, um gezielt junge Besucher anzusprechen und die Reichweite des Hauses zu erhöhen.
Die erste Ausstellung wird vom 14. Februar bis 9. April in der Galerie Bernau gezeigt. Josie Rücker aus Wandlitz setzt sich dabei mit der deutsch-jüdischen Geschichte auseinander.